LA GRANDE BELLEZZA

18. Chemnitzer Opernball
08.02.2020 | Opernhaus

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Ballgäste,

schöne Menschen vor altem Gemäuer, von lauer Nachtluft umweht und mit raffiniertem Licht spektakulär in Szene gesetzt, dazu ein Rhythmus, der das Stillsitzen unmöglich macht – wenn Sie jetzt spontan an Ihren letzten Mittelmeerurlaub denken, liegen Sie gar nicht so falsch. Denn genau dieses Szenario bereitet derzeit unser Kreativteam gemeinsam mit zahlreichen Chemnitzer Firmen vor, beflügelt von südlicher Vorfreude und getragen von der Unterstützung unserer Sponsoren, bei denen ich mich schon jetzt sehr herzlich bedanken möchte.

Der 18. Chemnitzer Opernball am 8. Februar 2020 steht unter dem Motto LA GRANDE BELLEZZA. „Die große Schönheit“ – damit ist natürlich erst einmal unser fantastisches Opernhaus gemeint, das sicher nicht nur wir für das schönste Gebäude in Chemnitz halten. Dieses Mal darf es in eine Rolle schlüpfen, die ihm seit seiner Erbauung überaus vertraut ist: Ein Palazzo des „Dolce far niente“, des süßen Nichtstuns, ganz nach italienischer Lebensart! Ob mit dem schmachtenden Lied eines Gondoliere oder der lustvoll geschmetterten Tenorarie, ob mit Prosecco oder Grappa, Risotto oder Tiramisu: Holen wir uns die südliche Sonne in diese kalte Winterzeit und lassen die Nacht zum Tag werden! Ich freue mich auf Sie und Ihre Gäste.

Ihr
Christoph Dittrich, Generalintendant


Wie der Ball wird? Lassen Sie sich vom Ball-ABC inspirieren:

Ball-ABC

L’ASPETTO

Mit diesem Schlüsselwort italienischer Lebensart begrüßen wir Sie herzlich
zum 18. Chemnitzer Opernball und unserem Ball-ABC. Stellen Sie sich Ihre
Ankunft spaßeshalber kurz mal als Fotostrecke vor: Das Betreten des Theaterplatzes,
links die Kunstsammlungen, rechts die St. Petri-Kirche, beide wie
ein edles Passepartout, dazwischen – womöglich vor einem vom letzten
Abendrot verzierten Nachthimmel – das strahlend erleuchtete Opernhaus.
Immer ein Hingucker. Klick! – L’aspetto, „das Äußere“. Sie betreten das
Empfangszelt, spüren die wohlige Wärme auf der Haut, wenn Sie Ihren
Mantel ablegen. Bewundernde, womöglich verstohlene Blicke auf Ihr attraktives
Outfit. Klick! – L’aspetto, „der Augenschein“. Ein Hauch von Noblesse weht
vom ausgestellten BMW-Modell herüber, das nur allzu gern als Kulisse für
Ihren Auftritt dient. Klick! – L’aspetto, „das Erscheinungsbild“. Man reicht Ihnen
ein prickelndes Gläschen Wackerbarth Rosé, Sie stoßen mit Ihrer Begleitung
an und betreten das festlich geschmückte Foyer des Opernhauses. Klick!
L’aspetto – „der Anblick“.

Möglicherweise hat es nun tatsächlich „Klick“ gemacht, da ein Fototeam der
Freien Presse Sie für die Ballzeitung ablichtet. Bis kurz vor 19.00 Uhr fotografiert
übrigens auch das Fotostudio Rechtnitz im Rangfoyer, anschließend
für diejenigen unter Ihnen, die erst später erscheinen, im Parkettfoyer. Sie
haben währenddessen womöglich die ersten Bekannten unter den Gästen
entdeckt, Komplimente erhalten und sind mitten im Smalltalk, da könnte es
passieren, dass Hausherr Dr. Christoph Dittrich an Sie herantritt und Sie
begrüßt. Klick! – L’aspetto, „das Gesicht“, das Ihnen vermutlich wohlbekannt ist,
wenn Sie die Geschicke des Opernhauses hier und da verfolgen. Die Foyers
füllen sich mit vorfreudigem Stimmengewirr, noch ist genügend Raum, um
zu weiteren vertrauten Gestalten vorzudringen und sich – wer weiß – für
einen späteren Tanz zu verabreden. LA GRANDE BELLEZZA haben wir für
Sie als Ballmotto gewählt, „die große Pracht“. Geben Sie sich der süßen,
italienischen Lebensart hin, lassen Sie sich von guter Musik, dem Duft und
Geschmack erlesener Speisen sowie dem Anblick (Klick! …) schöner Menschen
verführen und genießen Sie eine rauschende Ballnacht auf allen Etagen unseres,
Klick! – Opernhauses. Fotos können übrigens ab 22.30 Uhr im linken und
rechten Parkettfoyer bestellt oder später über einen Link auf der Opernball-
Homepage opernball-chemnitz.de beim Fotostudio Rechtnitz gekauft werden.

 

BUONUMORE

Essere di buonumore … wollen wir das nicht alle ständig – gut gelaunt sein?
Was gibt es Schöneres, als sich gut zu fühlen und das Leben zu genießen?
Für uns ist es sozusagen eine Pflicht, dafür zu sorgen, dass es Ihnen am Ballabend
gut geht und Sie bestens gelaunt durchs Opernhaus schlendern können. Um
das zu ermöglichen, haben wir einen Spezialisten engagiert. Einen, der sich
damit auskennt, die Menschen zum Lachen zu bringen. Einen, der damit
sein Geld verdient. Und da er offensichtlich ein erfolgreicher und ausgezeichneter
Künstler ist, muss er dabei eine Menge richtig machen.

Lars Redlich. Das ist er – Ihr Moderator des Abends. Ein Bild von einem
Mann mit wundervoller Stimme und sympathischem Witz. Zunächst begann
er ein Studium zum Sport- und Musiklehrer, doch da es ihn einfach magisch
auf die Bühne zog und sein Entertainer-Talent nicht zu übersehen war,
wechselte er und studierte anschließend Musical an der Universität der
Künste Berlin. Neben Hauptrollen in Mamma Mia!, Grease, Evita, Rocky
Horror Show und weiteren Musicals sowie Fernseh- und TV-Serienauftritten
erarbeitete sich Lars Redlich ein umfangreiches Repertoire als Comedian. Er spielt
Klarinette, Gitarre und Klavier, schreibt eigene Songs, parodiert bekannte
Evergreens und nimmt auch sich selbst gehörig auf die Schippe. Von Oper bis
Hip-Hop, von Rock bis Schlager, von Medleys der größten Diva-Hits bis zu
Liedern wie Schorsch, die einzelne Socke, die ihren Partner bei 60 Grad in der
Waschmaschine verliert – er bringt alles grandios humorvoll auf die Bühne.

Wer weiß – bei einem baciamano (Handkuss) hier und einem kleinen barzelletta
(Witz) da, entpuppt er sich womöglich auch als burlone (Schelm) ... jedoch
keineswegs im negativen Sinne. Sein Charme und seine Leidenschaft für die
Bühne sind mitreißend. Die Berliner Morgenpost berichtete: „Mit Lars Redlich
wächst gerade einer der kommenden großen, vielseitigen Entertainer dieses
Landes heran.“ Seine Shows Lars But Not Least! und Ein bisschen Lars muss sein
untermauern diese Aussage. Und warum wir ihn nun für Sie nach Chemnitz
holen? Weil wir glauben, dass wir uns Lars redlich verdient haben!

 

CANTARE

„Volare, oho, cantare, ohohoho ...“ Erinnern Sie sich an diesen Sommer-
Sonne-Gute-Laune-Schlager? Egal, ob man des Italienischen mächtig war
oder nicht: „Ohohoho“ konnte trotzdem lautstark und fröhlich mitgesungen
werden. Vom Fliegen und Singen ist die Rede. Womit wir auch gleich beim Thema
für diesen Beitrag wären, denn cantare (singen) ist auch die Hauptbeschäftigung
unserer beiden Solisten des Galakonzertes. Und volare (fliegen) steht bei der
Koloratursopranistin Olga Jelínková und dem Tenor Siyabonga Maqungo
ebenso oft auf dem Programm: auf den Flügeln des Gesanges und mehrfach von
Kontinent zu Kontinent. Olga Jelínková zum Beispiel verbrachte ihre Studienzeit
in Prag, wo sie auch nach wie vor an der Staatsoper und am Nationaltheater singt.
Im italienischen Lucca war sie 2011 Finalistin des Internationalen Gesangswettbewerbs
Giacomo Puccini und in Karlovy Vary gewann sie den 1. Preis beim
Internationalen Antonín-Dvořák-Gesangswettbewerb. In Seoul debütierte
sie als Micaëla in Bizets Carmen und in Boston als Xenia in Dvořáks selten
gespielter Oper Dimitrij. Seit der Spielzeit 2018/2019 hat die sympathische
Sopranistin ihre künstlerische Heimat als Ensemblemitglied am Saarländischen
Staatstheater gefunden und wird für Partien wie Lucia, Gilda, Konstanze,
Violetta oder Marguerite gefeiert. Ihre aktuelle Paradepartie ist die Königin
der Nacht, die sie u. a. an der Komischen Oper Berlin und der Volksoper
Wien sowie an der Oper Chemnitz singt.

Das Gesangstalent von Siyabonga Maqungo wurde in seiner Heimat Südafrika
entdeckt. Seit seinem erfolgreichen Europadebüt als Nemorino in Köln findet er
allerdings nur noch selten Zeit, das Flugzeug Richtung Soweto zu besteigen, um
seine Familie zu besuchen und zum Beispiel beim Mozart-Festival Johannesburg
als Solist mitzuwirken. Seine Liebe gilt dem Musiktheater und das Musiktheater
mitsamt seinem Publikum liebt den jungen, stets gut gelaunten Tenor. Das war
schon bei seinem ersten Engagement am Staatstheater Meiningen so, das ist bei
jeder Vorstellung an der Oper Chemnitz zu spüren und das hat wohl auch die
Leitung der Berliner Staatsoper, allen voran Daniel Barenboim, dazu gebracht,
ihm nach seinem umjubelten Hausdebüt als David in Wagners Meistersingern
ab Beginn der kommenden Spielzeit ein Festengagement an diesem Haus
anzubieten. Beim Galaprogramm des Opernballs wird er gemeinsam mit Olga
Jelínková Höhenflüge zu Spitzentönen unternehmen und, wie es im eingangs
erwähnten Schlager heißt, vielleicht „im Blau ihrer Augen versinken“.

DISCOTECA

Eine Plattensammlung, im Italienischen discoteca, verrät genauso viel über
dessen Besitzer wie der persönliche Kleidungsstil oder das eigene Auto. Studien
haben Zusammenhänge zwischen verschiedenen musikalischen Genres
und bestimmten Charaktereigenschaften hergestellt. So hören extrovertierte
Menschen eher energiegeladene und dynamische Musik, emotional stabile
hören gern Countrymusik. Außerdem fand man heraus, dass der individuelle
Musikgeschmack nicht bereits vorgeburtlich festgelegt ist, sondern erst im
sozialen Umfeld, also durch Elternhaus sowie Freundes- und Bekanntenkreis,
entscheidende Impulse erhält.

Allgemein bekannt ist aber auch, dass jeder von uns eine Handvoll Musiktitel
in einer geheimen Ecke im analogen oder digitalen Plattenschrank liegen
hat, die er oder sie nur ganz für sich, aber dafür umso genüsslicher vom Intro
bis zum letzten Takt durchhört. Nicht, dass sie uns peinlich sind. Aber vielleicht
halten wir diese Schätze im musikalischen Herzen deswegen verborgen,
damit sie von unsensiblen „Nicht-Kennern“ nicht entzaubert werden. Auch
Jakob Brenner, Kapellmeister der Theater Chemnitz und Dirigent des Galaprogramms
des 18. Chemnitzer Opernballs, hat eine heimliche Liebe, die er
uns offenbart hat: Italo Hits. Welche Musikstücke zu den geheimen Lieblingswerken
der Robert-Schumann-Philharmonie gehören, können wir beim
Blick in ihre discoteca, ihre bisherigen CD-Veröffentlichungen, nur erahnen.

Zwar wird Jakob Brenner zusammen mit der Philharmonie im Galaprogramm
auf italienische Gassenhauer aus dem Radio verzichten müssen, dennoch halten
er sowie die Musikerinnen und Musiker eine musikalische Bandbreite bereit,
die ihresgleichen sucht und schon wunderbar auf diesen großen italienischen
Abend im Opernhaus einstimmt. Auf dem Programm stehen Stücke wie der
neapolitanische Klassiker Torna a Surriento (Komm zurück nach Sorrent) von 1894,
der von Elvis Presley 67 Jahre später zu seinem Nummer-eins-Hit Surrender
adaptiert wurde. Außerdem erklingen die durch Maria Callas unsterbliche
Arie Casta diva aus Bellinis Norma oder auch Klassiker wie Libiamo aus Verdis
La Traviata, gloriosamente gesungen von Sopranistin Olga Jelínková und Tenor
Siyabonga Maqungo, formidabilmente moderiert von Lars Redlich und wie
immer perfettamente in Szene gesetzt von Matthias Winter.

 

EBBREZZA

Ein Begriff, der jedes Jahr beim Chemnitzer Opernball nicht nur mit den
kulinarischen Genüssen, sondern vor allem mit der stets überwältigenden
Blumenpracht in Verbindung steht, ist ebbrezza (Trunkenheit). So vielgestaltig
wie das Leben selber sind auch Blumen und Pflanzen in all ihren Farben
und Formen, sodass man nur ins Staunen darüber geraten kann, wie sie in
ihrer eigentlichen Natürlichkeit zu einzigartigen Kunstwerken werden. Der
Blumenschmuck des Gartenfachmarkts Richter aus Chemnitz, ein langjähriger
Partner des Theaters, zählt bei jedem Opernball der Stadt zu den ganz großen
Highlights. Jahr für Jahr zaubern die Floristinnen und Floristen unter dem
genauen Blick des Chefs Andreas Richter im zu diesem Zeitpunkt eigentlich
winterlichen Chemnitz florale Meisterwerke, die den größten Ballsaal der
Stadt nicht nur in ein optisch überwältigendes Kleid hüllen, sondern auch
alle Besucher mit ihren Düften berauschen.

Innerhalb weniger Tage vor dem großen Event vollbringen die 32 Hände der
16 Fachfrauen und -männer des Gartenfachmarkts das Wunder. Farblich
stehen dieses Mal alle Zeichen auf Weiß und verschiedene Grüntöne, die
ein natürliches, aber gleichzeitig hochkarätig edles Ambiente erschaffen.
Insgesamt werden 11.000 bis 12.000 Pflanzenelemente zu vergänglichen
mediterranen Kunstwerken gesteckt. Ihren großen Auftritt erleben zum Ball
neben „Klassikern“ wie Rosen, Gladiolen, Spraynelken, Chrysanthemen, Eustoma,
Monstera und Gerbera auch Exoten wie zahlreiche Asclepia Moby Dick, die in
raumgreifenden Arrangements in schwebenden Kapitellen präsentiert werden.

Sobald Sie, liebe Gäste, das Haus am Ballabend betreten, dürfen Sie in Ihren
glänzenden Roben und Outfits mit den eindrucksvollen Blumendekorationen
in Konkurrenz um die berauschendste Optik der Veranstaltung treten. Wer
auch immer diesen Wettbewerb für sich entscheidet: Die Blumen sind in
jedem Falle die stillen Begleiter und Beobachter des glänzenden Balls, die
über Stunden hinweg ihre Köpfe über die bunte Schar neigen und ihren
Duft verströmen. Am Ende der Nacht hätten sie sicherlich die eine oder
andere Geschichte zu erzählen.

FAME

Benjamin Franklin formulierte einmal treffend: „Seit der Erfindung der
Kochkunst essen die Menschen doppelt so viel wie die Natur verlangt.“
Recht hat er, denn es geht beim Essen nicht immer nur um fame (Hunger),
sondern auch um Genuss, der die Lust am Essen noch vergrößert – und
dadurch überproportional schnell auch den Körperumfang anwachsen lässt.

Damit wird ein „Problem“ auf den Punkt gebracht, das auch zum Opernball
der Grund für unter dem Kummerbund versteckte Essensbäuche, heimlich
geöffnete Hosenknöpfe und das eine oder andere Verdauungstänzchen ist:
die kulinarische Spitzenleistung des Chemnitzer Restaurants alexxanders unter
der Leitung von Roland Keilholz. Ob raffiniert-klassisch oder exotisch-modern,
Gemüse, Fisch oder Fleisch: Das alexxanders-Team hält stets eine große Palette
an Gaumenfreuden bereit, für die nur frische, größtenteils regionale Produkte
in höchster Qualität in den Kochtopf wandern. Fame, also Hunger, braucht
demzufolge auf dem Opernball niemand zu befürchten! In diesem Jahr dürfen
Sie sich beim ersten Gang auf Burrata auf Kirschtomatensalat mit Rucolapesto und
Focaccia freuen. Danach folgt ein getrüffeltes Risotto mit gebratenem Seeteufel
an Basilikumvelouté. Abgeschlossen wird das Menü mit einer Saltimbocca
vom Kalbsfilet mit Barolojus, Kartoffelgratin und Ofengemüse. So meisterhaft
gut wie dieses Menü klingt, so rekordverdächtig läuft die Organisation rund um
das Galadinner ab: Innerhalb von 90 Minuten werden 880 Drei-Gänge-Menüs,
also 2.640 Portionen ausgegeben. Alles muss auf den Punkt genau zubereitet,
optisch einwandfrei angerichtet und innerhalb kürzester Zeit an die Tische
gebracht werden. Die Tischgetränke, welche während der gesamten Ballnacht
im Preis inklusive sind, werden natürlich auf das Menü abgestimmt.

Letztendlich geht es dem Team rund um Roland Keilholz nicht nur darum, den
Körper für ausdauernde Walzerdrehungen zu stärken. Es ist ein Zusammenspiel
aus hochprofessionellem kulinarischen Können und absolutem Fingerspitzengefühl
für den Gast. So ist das alexxanders zu einem treuen Partner des Chemnitzer
Opernballs geworden, denn: „Man mag Menschen, die der Seele Nahrung
zukommen lassen“. (Elfriede Hablé)

 

GODIMENTO

Tanzen ist im Grunde wie schwimmen: Hat man es einmal gelernt, vergisst
man nicht mehr, mit welchen Bewegungen man sich über Wasser halten
kann. Dennoch braucht es manchmal eine kleine Auffrischung, damit das
Eins-zwei-drei zwischen den sich stetig wiegenden und drehenden Paaren
zu einem wahren godimento (Genuss) werden kann. Ob galoppo (Galopp),
giramento (Drehung) oder girotondo (Ringeltanz): Um das Paar neben Ihnen
auf der Tanzfläche absolut gelosamente (eifersüchtig) zu machen, dürfen Sie
sich nicht bewegen wie ein ghiacciolo (Eiszapfen). Ihre Choreografie darf
ruhig den einen oder anderen ghirigoro (Schnörkel) bereithalten, damit Sie
so richtig punkten können. Dennoch ist Vorsicht geboten: Es kann auf dem
Tanz-Parkett schon mal garbuglio (Verwirrung) herrschen, wenn sich im gara
(Wettkampf) um das Traum-Walzer-Paar des Abends die gambe (Beine) um die
ginocchia (Kniekehlen) wickeln. Das würde allen Studien widersprechen, die
besagen, wie jung und fit das Tanzen doch hält. Also, ginocchiera (Knieschützer)
angelegt und rauf auf die Übungs-Tanzfläche! Damit Sie am Ende nicht doch
noch auf dem gengiva (Zahnfleisch) kriechen …

Manch einer bringt ganz natürliches genio (Talent) mit und behilft sich vielleicht
nur mit ein paar Internetanleitungen, um dem angeborenen, anmutigen
Körpergefühl nur noch den finalen glassa (Zuckerguss) überzuträufeln.
Doch, trösten Sie sich, das sind die Wenigsten. Und schließlich macht es
doch auch mehr Spaß, wenn man zum Üben nicht allein zu Hause bleibt,
sondern sich im Vorgefühl auf die Ballstimmung für ein hilfreiches Tanztraining
in Gemeinschaft trifft.

Tragen Sie sich also schon einmal den kostenlosen Tanz-Auffrischungskurs
am 26. Januar 2020 in den Kalender ein. Von 16.00 bis 18.00 Uhr werden
Sie durch Tilo Kühl-Schimmel von der Tanzschule Köhler-Schimmel, im
Ballsaal des Hotels Chemnitzer Hof auf Ihren ganz großen Auftritt als tanzende
gazzella (Gazelle) oder funkelnder gemma (Edelstein) mit jeder Menge grazia
(Anmut) vorbereitet.

HURRÀ!

Wenn das Wiener Ballorchester Divertimento Viennese zum 18. Chemnitzer
Opernball auf der Bühne steht, kann es bereits auf sein 22-jähriges Bestehen
zurückblicken. Ein Grund zum Feiern? Auf jeden Fall! Denn genau das Feiern
und Zelebrieren, Genießen und Schwelgen ist die Mission der Musikerinnen
und Musiker – und das gleich auf verschiedenen Ebenen. Zum einen haben sie
sich der Musik der Zwanziger- und Dreißigerjahre verschrieben, einer Zeit also,
die eigentlich nur wenig Grund zur Freude und zum Feiern übrigließ und dennoch
einen immensen Reichtum an musikalischer und künstlerischer Vielfalt hinterlassen
hat. Auf die prachtvolle Belle Époque folgte mit dem Ausbruch des
Ersten Weltkriegs in Europa die große Ernüchterung. Die Weltwirtschaftskrise
zum Ausgang der 1920er-Jahre verschärfte die materielle Lebenssituation breiter
Bevölkerungsschichten. Der aufkommende Nationalsozialismus beschnitt
zudem die persönliche Freiheit vieler Menschen. Man flüchtete aus dem
trüben Alltag in Konzerte, auf Bälle, in Revuen, Varietés, Cabarets und ins
Kino. Künstler aller Stilrichtungen wurden durch diese Zwangslage zu großer
Kreativität inspiriert und lieferten oft unter schwierigsten Bedingungen ein
Meisterwerk nach dem anderen. Trotz großer finanzieller und politischer
Not der Zwischenkriegszeit gelten die glamourösen Feste, die schillernden
Partys und die Feierlaune der Menschen bis heute als legendär. Das Divertimento
Viennese hat sich neben der klassischen Wiener Tanzmusik auf die großen Hits
jener Zeit spezialisiert und bringt diese ausschließlich in Originalarrangements
zur Aufführung.

Zum anderen soll mit dieser Musik auch das heutige Publikum den Alltag
vielleicht für einen kurzen Moment vergessen dürfen. In den 365 Tagen eines
Jahres (2020 werden es sogar 366 Tage sein) bleibt oft nur wenig Raum für
die Schönheit des Lebens, die kleinen magischen Momente, die das irdische
Dasein so einzigartig machen. Im Foxtrott, Walzer oder Paso doble werden
gemeinsame kostbare Augenblicke geschaffen.

Wir sagen also „Hurrà!“, wenn Divertimento Viennese am 8. Februar 2020, in
den neuen Zwanzigerjahren also, wieder auf der Hauptbühne zum Tanzen
verführt.

 

INDIVIDUALISTI

Individualisti Lei invitano tutti insieme in Italia. – Individualisten laden Sie
gemeinsam nach Italien ein. Wer möchte nicht von den Tänzerinnen und
Tänzern dieser bestens aufgelegten Chemnitzer Ballettcompagnie ins sonnige
Italien entführt werden? Fast alle der 21 Tänzerinnen und Tänzer kommen
aus jeweils einem anderen Land dieser Welt – und eine sogar aus Italien:
Valeria Gambino aus dem sizilianischen Villabate. Die Kunst eines Ballettchefs
oder in unserem Falle einer Ballettchefin – die Schweizerin Sabrina Sadowska
– ist es, die hochspezialisierten und internationalen individuellen Persönlichkeiten
zu einer in sich harmonierenden Compagnie zusammenzuschweißen und
dennoch ihre Unverwechselbarkeit als faszinierende Charaktere auf der Bühne
zu bewahren. Diese Herausforderung gerät nahezu selbst schon zu einem
echten Spagat, der in Chemnitz gelungen ist. Die Solistinnen und Solisten auf
den Brettern, die die Welt bedeuten, sind schon für sich zweifelsohne fabelhaft!
Auf einer großen Bühne wie der unseres Opernhauses wirkt aber ein großes
Tänzer(innen)ensemble mit atemberaubend fließenden Formationswechseln
ebenso traumhaft.

Apropos traumhaft: Gehören Sie zu den Glücklichen, die schon den stets
und ständig ausverkauften Schwanensee des Balletts Chemnitz gesehen haben?
Ja? Dann wissen Sie, was traumhafte Ensembles bedeuten. Den Traum von
einem Tag in Weiß hat möglicherweise manche Dame unter den Gästen
dieses Opernballs – wie wäre es diesmal mit einem Heiratsantrag an la bella
oder il bello (so viel Emanzipation sollte schon sein) an Ihrer Seite auf diesem
Fest des Jahres? Oder Sie gehen dem aus dem Wege und lassen sich lieber
doch von den 24 Tänzerinnen in Weiß verzaubern, die auf Spitzenschuhen
in einer Mondnacht zu Peter Tschaikowskys unglaublich packenden Klängen
den nahegelegenen Zwickauer See aus Schwanenjungfrauen bilden. Wer das
noch nicht erlebt hat, der sollte sich schleunigst ein paar der heiß begehrten
Tickets besorgen – aber Achtung, es ist ähnlich knifflig wie die Karten für
den nächsten Opernball zu ergattern! Wem der klassische Spitzentanz weniger
zusagt, für den wird auch 2020 wieder spannender zeitgenössischer Tanz
geboten: auf der Bühne des Opernhauses, in der intimen Atmosphäre des
Ballettsaals bis hin zum Festival TANZ | MODERNE | TANZ. Wenn im Juni
die Sonne auf Chemnitz niederbrennt und angesagte Tanzcompagnien sowie
das Ballett Chemnitz die Plätze dieser Stadt bevölkern, dann fühlen Sie sich
wie auf le piazze in Italia! Versprochen!

 

JESOLO

Jesolo, einer der wichtigsten Ferienorte an der Adriaküste, liegt zwischen
der Lagune von Venedig und der Mündung des Piave. Erst 1930 bekam es
durch ein Dekret des Königs Vittorio Emanuele III. den heutigen Namen.
Damals gab es schon eine Badeanstalt und einige wenige Hotels. Zum Begriff
für Touristen wurde Jesolo aber in den 1950er-Jahren, als nicht nur Norditaliener,
sondern auch Deutsche und Österreicher ihre Reiselust entdeckten und mit
dem VW Käfer oder dem Opel Kadett kamen. Die Hauptattraktion ist der
15 Kilometer lange Strand, aber für bloßes Faulenzen mit Meerblick sind die
Ferien zu schade. Ein Tipp: Bei einigen Reiseveranstaltern lassen sich Tanzreisen
nach Jesolo buchen. Nicht ganz dorthin, aber immerhin ins nahe Venedig
schaffte es Monique Enew, ADTV-Tanzlehrerin in der Tanzschule Köhler-
Schimmel. Erstmals gestaltet sie gemeinsam mit Tilo Kühl-Schimmel die
Choreografie für die Debütantinnen und Debütanten, die beim Walzerauftakt
ihren ersten Opernball-Auftritt haben. 24 Paare, so viele wie nie, im Alter
zwischen 16 und 37 Jahren sind es diesmal. Den ersten Tanz absolvieren sie
zum Adria-Walzer, den der junge Franz Lehár 1894 als frischgebackener
k.u.k.-Marinekapellmeister allerdings auf der anderen Seite des Wassers
komponierte, im istrischen Pola (heute Pula, Kroatien). Mit der mediterranen
Leichtigkeit dieser Musik passt sie aber genauso gut an die italienische Küste,
etwa nach Jesolo.

Beim 18. Chemnitzer Opernball debütieren:
Celina Grobe & Maxim Dechant | Annalena Meyer & Laurenz Grieger | Sandra
Herrmann & Lukas Großwendt | Alexandra Kolbig & Nico Hättasch | Lisa-Marie
Heidenfelder & Dominik Heidenfelder | Leonie Giulia Eschke & Jonas
Hilpert | Antonia Winger & Allard Hübler | Friederike Domes & Clemens
Kannegießer | Lisa Hartenstein & Florian Klimpel | Anna Kolonko & Felix
Löffler | Emilie Schuricht & Georg Manthei | Raphaela Mevius & Roman
Martschenko | Alexandra Schumann & Moritz Balthasar Müller | Lucie
Brunner & Tim Pfüller | Lilli Retzbach & Rodion Podkowyrin | Dorothée
Richter & Andreas Richter | Judith Uhlig & Tobias Rudolf | Sophia Hirschberg
& Erik Schmiedel | Rica Arnold & Alex Schwarz | Lena Enders & Eric
Siebenaller | Stefanie Thomä & Andreas Thomä | Monique Kämpf & Paul
Luca Tomysek | Amina Weinert & Justin Werner | Kim Gottschalk & Titus
Zenker

 

KERMESSA

Eine italienische kermesse ist etwas, das auf Deutsch ganz ähnlich klingt: eine
Kirmes. Hervorgegangen ist sie meist aus dem Patronatsfest einer Kirche: dem
Gedenktag des Heiligen, dessen Namen sie trägt. Zu einem solchen Volksfest
gehört oft eine Attraktion, die ihren Namen aus dem Italienischen hat: Weil Lose
in der Trommel, aus der sie dann gezogen werden, fröhlich durcheinanderpurzeln
und dieses Purzeln tombolare heißt, entstand der Begriff der Tombola.
Im heutigen Sprachgebrauch ist er für Lotterien reserviert, deren Erlös einem
wohltätigen Zweck zugutekommt. So hält es auch die Tombola, die zum festen
Bestandteil des Chemnitzer Opernballs geworden ist und deren Lose in den
letzten Jahren immer restlos verkauft wurden. Den symbolischen Scheck über
die erzielten 10.060 Euro nahm 2019 Pater Albert Krottenthaler entgegen, der
Leiter des Don Bosco Hauses auf dem Chemnitzer Sonnenberg. Es fördert
Kinder und Jugendliche, die wegen widriger wirtschaftlicher und sozialer
Lebensumstände besondere Zuwendung brauchen.

Ging es im vorigen Jahr um einen besseren Start ins Leben, so ist unser Anliegen
diesmal eine würdige Begleitung von Sterbenden, die ihnen Geborgenheit in ihren
letzten Wochen schenkt. Dafür steht der Hospiz- und Palliativdienst Chemnitz
e. V., der aus einer Bürgerbewegung hervorging und 2019 sein 20-jähriges
Jubiläum feiern konnte. Alles begann mit einem ambulanten Hospizdienst, der
inzwischen mit 60 ehrenamtlichen Helfern jährlich mehr als 100 Menschen an
ihrem Lebensende begleitet. Hinzugekommen ist im Februar 2005 ein Haus für
die stationäre Betreuung. Pro Jahr werden etwa 200 unheilbar erkrankte
Menschen betreut, wenn eine Therapie nicht mehr möglich ist oder von
den Patienten selbst abgelehnt wird. So bleiben nur die Linderung der starken
Schmerzen und die emotionale Zuwendung; beides leisten 44 professionelle
Mitarbeiter. Auch die Angehörigen finden hier einen Kreis für ihre Trauerarbeit.
Die Krankenkassen, das Sozialministerium und die Stadt Chemnitz leisten
nur eine Teilfinanzierung. Rechnungen bekommen die Angehörigen der betreuten
Menschen nicht, sie werden lediglich um Spenden gebeten, auf die
der Hospiz- und Palliativdienst angewiesen ist. Wir sind sicher, dass auch
Sie, liebe Ballgäste, dieses Anliegen teilen. Neben der täglichen Hospizarbeit
soll Ihr Tombola-Einsatz in die Umgestaltung der Grünanlage zu einem
behindertengerechten Garten fließen. Dadurch soll es möglich werden,
auch mit dem Rollstuhl direkt an ein Hochbeet zu fahren und ein letztes
Mal den Duft geliebter Blumen einzuatmen.

LEGGEREZZA

Wenn der Weihnachts- und Neujahrstress verflogen ist, der Februar beginnt
und der alljährliche Opernball näher rückt, dann ist es auch Zeit für eine
tüchtige Portion leggerezza … übersetzt: Leichtigkeit und Unbeschwertheit.
Dafür ist der Ball bestens zuträglich: ein Abend, um dem Alltag zu entfliehen
und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Da stellt sich das unbeschwerte
Gefühl meist schon von ganz allein ein. Um dem Ganzen aber noch etwas
nachzuhelfen, laden wir wieder jede Menge tolle Musiker und Sänger in unser
Opernhaus ein. Musik transportiert und vermittelt Lebensgefühl. Das machen
wir uns natürlich gern zunutze.

Pamela O’Neal ist eine Powerfrau, sprudelt vor Energie und steckt voller
Liebe zum Leben. Sie ist die Art Mensch, dem man stundenlang zuschauen
könnte und dabei denkt: „Wow, diese Frau hat es drauf und ist eine Inspiration.“
Aufgewachsen in armen Verhältnissen im Norden Kaliforniens, wurde sie
musikalisch sowie religiös durch ihre Familie und den Gospelchor geprägt.
Sie sagt selbst, dass sie sich weder der Magie der Spiritualität noch der der Musik
entziehen konnte. Durch das Militär gelangte O’Neal nach Deutschland und
lebte und arbeitete in der Military Base in Wiesbaden. Tagsüber Kindergärtnerin,
nachts auf der Bühne. 2008 entschied sie sich dann komplett für die Musik
und kündigte. Sie tourte durch die Welt und trat mit Stars wie Whitney
Houston, Ray Charles, Mariah Carey, James Brown, Udo Jürgens und den
Weather Girls auf. Am meisten inspiriert hat sie James Brown durch sein
soziales Engagement für die afro-amerikanische Bevölkerung und dadurch,
dass er sie ermutigte, ihren Traum einer musikalischen Karriere zu leben.
Die größten Vorbilder der Sängerin sind Ella Fitzgerald, Chaka Khan und
Billie Holiday. Stimmlich wird sie mit Legenden wie Aretha Franklin und
Diana Ross verglichen. Das will schon was heißen.

Beim Opernball wird sich Pamela O’Neal als Tina Turner, Disco-Diva und
mit ihrer R’n’B-, Soul- und Motown-Show präsentieren. Gute Laune ist bei
diesem Multitalent vorprogrammiert. Getreu ihrem Motto: „You could try
the rest, or you could book the best.”

 

MESSINSCENA

Eine gute messinscena, eine Inszenierung, spielt im Theater ja eine ganz
entscheidende Rolle. Kein Stück kommt so auf die Bühne, wie es in den
Noten und im Textbuch aufgeschrieben steht – wie soll das auch funktionieren?
Muss doch in ein Theaterstück, das seinen Ausgangspunkt im lebendigen
Menschen hat, Leben eingehaucht werden. So suchen Regisseure Bezüge zu
anderen Zeiten, tieferliegende Problemstellungen der Figuren oder abstrahierte
Bedeutungsebenen, die uns als Zuschauern Momente der Identifikation
bieten.

Was aber, wenn der Kern des „Stücks“ nicht eine Geschichte, sondern ein
Ort ist? So verhält es sich beim Chemnitzer Opernhaus, wenn es innerhalb
weniger Tage von einem hochspezialisierten Theatergebäude in den größten
Ballsaal der Stadt verwandelt wird. Auch dafür braucht es einen Regisseur,
der sich die Inszenierung dieses Ortes ausdenkt, sie entwickelt und schließlich
mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in die Tat umsetzt. Dieser kreative
Kopf ist Norbert Richter, der Leiter der Chemnitzer Theaterwerkstätten.
Wenn beim vorangegangenen Ball in den frühen Morgenstunden noch die
Orpheus-Bar von ganz ausdauernden Gästen gerockt wird, kreisen bei ihm
und dem Leiter des Events, Mario Köppe, bereits die Gedanken um die
Ausgestaltung des kommenden Balls, denn es muss alles noch schöner, noch
beeindruckender, noch unvergesslicher werden. Vor allem so ein Motto wie
LA GRANDE BELLEZZA schreit förmlich nach Eleganz, nach Weitläufigkeit und
nach – ja, jetzt kommt nicht Italienisch sondern Französisch – Savoir vivre!

Norbert Richter setzt bei diesem Ball auf eine ganz besondere Dramaturgie.
Große, artifizielle Bilder Roms werden das Haus schmücken. Als wiederkehrende
Motive bilden sie die Rahmenhandlung des Abends und werden genauso einen
roten Faden durch die Veranstaltung ziehen wie die blumengeschmückten
Kapitelle auf den Tischen. Die Ballgäste flanieren über einen schwarzen
Teppichboden, der hier und da goldenes Funkeln erahnen lässt. Eine goldene
Badewanne macht die Champagnerbar im Goldenen Salon zu einem ganz
besonderen Höhepunkt. Doch die große Arie des Stücks gehört ganz eindeutig
dem überwältigenden Lüster mit fünf Metern Durchmesser, der über der Hauptbühne
nicht nur das Strahlen der Lichter, sondern aller Ballgäste eindrucksvoll
durch den Raum tragen wird.

NASTRO MAGNETICO

Das gute alte nastro magnetico (Tonband), was für eine Erfindung! Es ist ein
kleines Wunder der Technik, bei dem man sich (wie so oft) nur schwer vorstellen
kann, wie es funktioniert. Aber zum Glück gab es kluge Köpfe, die sich darüber
Gedanken gemacht und es erfunden haben. Der dänische Physiker, Erfinder
und Ingenieur Valdemar Poulsen war der Erste, dem es 1898 gelang, Töne
durch Magnetisierung auf einem Stahldraht zu speichern, was aber ein recht
kompliziertes Verfahren war. Der deutsch-österreichische Ingenieur Fritz Pfleumer
tüftelte daher an einer anderen Lösung: ein mit magnetisierbarem Metall
beschichtetes Papierband. Nach verschiedenen Fehlversuchen kam es 1928
in Dresden zum Durchbruch. Pfleumer ließ sich die Technologie patentieren
und kooperierte mit Firmen für die Weiterentwicklung. Die Tonbänder hielten
Einzug in Rundfunkanstalten und Tonstudios. Allerdings konnte erst im Laufe
der 1950er-Jahre die private Nutzung Fahrt aufnehmen. Portable Geräte
revolutionierten schließlich die Kultur des Musikhörens, das von nun an
überall möglich war, was vor allem das Leben junger Menschen entscheidend
prägte.

Aber was ist noch schöner, als die Lieblings-Hits auf Tonband anzuhören?
Richtig: zu handgemachter Live-Musik abzutanzen! Die hat der Opernball-
Dauerbrenner Chris Genteman zusammen mit seiner Band und seinen Solisten
im Gepäck. Der charismatische Bandleader versteht es, das Foyer des
Opernhauses Jahr für Jahr mit Eleganz, gutem Sound und zeitloser Musik
zum Kochen zu bringen.

Erstmalig beim Chemnitzer Opernball dabei ist die Band Soul Kitchen, die das
Publikum auf der Hauptbühne begeistern wird. Seit über 20 Jahren ist das
9-köpfige Ensemble aus München erfolgreich im Entertainment- und Galabusiness
vertreten. Mehr als 1.000 weltweit gespielte Konzerte der Partyband
sprechen für sich. Sie performen ein Repertoire, das sich vom Soul der 50er- und
60er-Jahre bis hin zu aktuellen Pop-Hits erstreckt.
Also, in diesem Fall werden wir doch das Tonband beiseitelegen, um alle
Lieblingslieder live gespielt zu hören, ausgelassen zu tanzen, mitzusingen
und vielleicht manchmal auch zu träumen. Denn das Beste ist: Man muss
nicht zum nächsten musikalischen Highlight vorspulen, hier kommen alle
Hits am Stück!

ORO

Dass oro, Gold also, in allen Sprachen etwas Verlockendes hat, verdankt es
seinem Wert ebenso wie seiner warmen Farbe. In Italien aber ist es noch
deutlich goldener als etwa in Deutschland. Denn 333er Gold, das hierzulande
völlig legal die Bezeichnung des Edelmetalls trägt, ist für die Italiener schlicht
Blech. Schließlich kommen auf 1.000 Teile der Gesamtmasse nur 333 Anteile
Gold; die restlichen zwei Drittel bestehen aus anderen Metallen wie Silber,
Kupfer, Zink oder Nickel. In Italien muss ein Objekt mindestens 500 Teile
Gold enthalten, um zu Recht als golden zu gelten. Aus dem hoch geschätzten
Material stellten Goldschmiede in den griechischen Kolonien Süditaliens
schon seit der Antike nicht nur kunstvoll verzierten Schmuck her, sondern
auch luxuriöse Gebrauchsgegenstände: Die Literatur des klassischen Altertums
berichtet von Badewannen aus Gold neben solchen aus Silber und Elfenbein.

In diese Traditionslinie hat sich der Chemnitzer Opernball vor vier Jahren
gestellt: Eine goldene Badewanne, mit Deko-Elementen gefüllt, zierte damals
den Eingangsbereich. Hergestellt hatte sie die Mauersberger Badtechnik
Betriebs-GmbH in Gelenau, die solche besonderen Objekte bei sich vor Ort
fertigt – mit Partnern aus der Region zu arbeiten, ist eine Devise des Ball-
Organisationsteams. Der Inhaber Falko Mauersberger und seine Frau besuchten
das Ereignis aus diesem Anlass zum ersten Mal, wurden aber prompt zu
Stammgästen. Jetzt schicken sie wieder eine goldene Badewanne voraus,
platzieren sie aber dort, wo sie hingehört: an der Champagnerbar im Goldenen
Salon, wo sich das „Who is Who“ des Abends trifft und zweifellos neben
diesem dekorativen Foto-Objekt für das private Erinnerungsalbum posieren
wird. Die Wanne dient aber auch einem konkreten Zweck: Mit Eiswürfeln
gefüllt, fungiert sie als überdimensionaler Champagnerkühler für die Flaschen,
die stetig nachgelegt werden. Das hat es auch in Falko Mauersbergers
30-jähriger Firmengeschichte – 1990 machte er sich zusammen mit seinem
Vater selbstständig – noch nie gegeben. Dabei liegt es doch eigentlich auf
der Hand, das prickelnde Getränk, das selbst eine so herrlich goldgelbe
Farbe hat, zusätzlich mit einer goldenen Hülle zu zieren.

 

PERCENTO

Wenn wir Ihnen sagen, dass der diesjährige Ballabend italienisch wird, dann
meinen wir das auch so und zwar zu cento percento – 100 Prozent! Und
das bedeutet, wir holen ein Stück Italien nach Chemnitz oder besser gesagt,
wir importieren einen waschechten Italiener. Die Mitternachtsshow ist bei
jedem Opernball nach der Tombola-Verlosung das besondere Highlight des
Abends. Wir präsentieren Ihnen 2020: Francesco Napoli. Der eine oder
andere hat sicher sofort einen seiner Hits im Ohr. Der Sohn einer Opernsängerin
sang, zunächst noch unbekannt, in jungen Jahren in einer eigenen Band.
Schließlich wurde er bei einem großen und renommierten Gesangsfestival
in Italien von einem Produzenten entdeckt, der ihn für eine zweiwöchige
Tour nach Deutschland schickte, woraus am Ende mehr als dreißig Jahre
europa- und weltweite Karriere wurden.

Sein Hit Balla Balla aus dem Jahr 1987 wurde bis heute mehr als 12 Millionen
Mal in 44 Ländern verkauft und verschaffte ihm einen Platz unter den Top 5
der amerikanischen Billboard Charts – und zwar zeitgleich mit Michael Jackson
und Madonna. Damit war der Durchbruch geschafft und sein Weg vorbestimmt.
Er erzielte weitere Erfolge mit Lady Fantasy, Balla Balla II und Marina, Marina
und tourte durch die Welt. Es folgten zahlreiche Fernsehauftritte. Lady Fantasy
erreichte im Jahr 2002 die Top 10 der spanischen Charts und wurde zum
meistgespielten Radio-Hit des Jahres. Seine Lieder fanden Verwendung in
bekannten Kinofilmen wie Go Trabbi Go oder Kultserien wie Schimanski.
Mit Weltstar Georg McCrae sang er das Duett Rock Your Baby. Diese Aufzählung
ließe sich noch weiter fortführen.

Mit seinem italienischen Charme und Charisma ist Francesco Napoli ein
wahrer Entertainer, der sein Publikum liebt. Er verkörpert alles, was Italien
liebens- und lebenswert macht. Hören Sie also gern noch einmal rein in seine
Songs, damit Sie im richtigen Moment mitsingen, mittanzen und italienische
Disko genießen können. Immerhin kann man „Balla!“ ja auch als Aufforderung
verstehen.

QUIRINAL

Der Quirinal ist der höchste der sieben Hügel, auf denen das antike Rom
erbaut wurde. Auf seiner Kuppe ließen die Päpste im 16. Jahrhundert ihre
Sommerresidenz errichten. Von 1871 bis 1946 war der Palazzo del Quirinale
das Domizil der italienischen Könige, seitdem ist er der Dienstsitz der Staatspräsidenten.
Für Touristen gibt es Führungen durch das Bauwerk und dabei
gehen Bücherfreunden die Augen über, wenn sie einen Blick in die Piffetti-
Bibliothek werfen, die König Umberto I. 1879 aus einer Turiner Residenz
seiner Dynastie hierher verlegen ließ. Auf Regalen aus Pappelholz, die der
Kunstschreiner Pietro Piffetti mit Furnieren aus Olive, Buchsbaum, Eibe und
Palisander sowie mit Elfenbein-Einlegearbeiten verzierte, reihen sich kostbare
Leinenbände, deren Rücken durch Gold- und Silberprägungen veredelt
sind. Solche Prägungen sind – mit einem kühnen Sprung vom römischen
Quirinal auf den Chemnitzer Sonnenberg – auch eine Spezialität der Werkstätten
für Buchbinderei und ihres Inhabers Tom Donath. Dass er für jeden
Kundenwunsch individuell die passende Lösung sucht, kommt nicht nur
sächsischen Bibliotheken zugute, mit denen er bei der Restaurierung alter
Bücher zusammenarbeitet, sondern auch dem Chemnitzer Opernball. Seit
Jahren gestalten Donaths Werkstätten die Einladungen und Eintrittskarten,
die Mappen, in die die Speisekarten eingelegt werden, und noch manches
mehr. Die Zusammenarbeit beginnt mit der gemeinsamen Überlegung, wie
sich die Kundenideen wirtschaftlich sinnvoll umsetzen lassen. Dazu gehört
die Wahl des Materials – für die Einladungen ist es weißer Perlmuttkarton,
der auch angenehm anzufassen ist. Mit welchen Farbeffekten er weiter veredelt
wird, hängt vom Thema des Balls ab. Für LA GRANDE BELLEZZA wird er
mit einer Goldprägung versehen – was wie Gold wirkt, ist allerdings eine
gelb lackierte Aluminiumfolie. Heißfolienprägung heißt die Technik, bei der
ein Stempel aus graviertem Messing zum Einsatz kommt, um die hauchdünne
Metallschicht durch Druck und Hitze abzulösen und leicht in das Papier zu
pressen. So wird der Glanz noch durch einen feinen haptischen Effekt ergänzt,
der beim Streichen über die Karte spürbar wird. Solche Details machen die
Kunst des Buchbinders aus und vermitteln den Gästen des Opernballs das
Gefühl, sich in erlesener Atmosphäre zu bewegen.

RITARDANDO

Was für manchen wie ein Zungenbrecher klingt (Tipp: Nach einem Gläschen
Sekt spricht es sich leichter!), ist für Musiker und Musikerinnen ein wichtiger,
geradezu alltäglicher handwerklicher Begriff. Ritardando ist eine Vortragsbezeichnung:
In den Noten mit einem knappen „rit.“ gekennzeichnet, weiß
jeder Ausführende, dass die Musik ab hier langsamer gespielt werden sollte
als zuvor. Das passiert typischerweise am Ende von Sinfoniesätzen oder
Opernarien und -chören und verleiht dem jeweiligen Schluss ein besonderes
Gewicht (je nach Dirigat, versteht sich). Im dramatischen Kontext einer
Oper kann ein Ritardando aber auch wie ein Trommelwirbel, ein Fragezeichen,
quasi wie eine sich öffnende Doppeltür in einem Ballsaal (!) eingesetzt werden,
um einer bedeutsamen Figur den angemessenen Auftritt zu ermöglichen.
Inszenierung ist alles, und das gilt natürlich besonders für den Opernball.

Wir lassen also an dieser Stelle unser allerschönstes Ritardando einfließen, um
musikalisch wie szenisch den roten Teppich auszurollen für – Trommelwirbel –
UNSERE SPONSOREN!

Als da sind: die BMW Niederlassung Chemnitz, die Deutsche Bank AG und
Getränke Pfeifer. Dicht gefolgt von der Eschenbach GmbH – Temporäre
Architektur, dem Gartenfachmarkt Richter, der HTM Härtetechnik und Metallbearbeitung
GmbH, der imk automotive GmbH, der MaCo GmbH, der
RAC-Rohrleitungsbau Altchemnitz GmbH BAUUNTERNEHMUNG, dem
SI-Wohnungsmarkt, der Tanzschule Köhler-Schimmel, der Wagnermeyer
Group und last, but not least: iproplan® Planungsgesellschaft mbH Beratende
Ingenieure und Architekten. Ihnen allen danken wir für ihre vielseitige, finanzstarke
Unterstützung, ohne die auch der 18. Opernball schlichtweg nicht stattfinden
könnte!

Das Gegenteil von Ritardando heißt übrigens Accelerando, gesprochen
„Atschelärando“, und in der Musik folgt dann meist etwas sehr Virtuoses,
Atemberaubendes. Möglicherweise so etwas wie Ihr nächster Tanz ...

STIMOLARE

Musik- und Dessertträume werden auch dieses Jahr wieder im nächtlichen
Operncafé wahr! Stimolare heißt das Stichwort hier, denn wir wollen jeden
Ihrer Sinne stimulieren. Verführerischste Gaumenexplosionen, bei deren
Anblick einem schon ein warmer, sanfter Sommerwind über den Rücken
streichelt, werden begleitet von ekstatischen Klangeruptionen und empfindsamen
canzoni (Liedern) und regen zu angenehmen Gesprächen über die schönen
Dinge des Lebens an. Wer kann sich schon der zauberhaften Verführung
durch Miriam Försters Desserts und Pralinés der in Glauchau ansässigen
Bäckerei Förster, einem Familienbetrieb seit vier Generationen, entziehen?
Was durch ihre Hände geht, lässt das Herz höher schlagen. Schon die Dessertkarte
klingt wie Musik: Panna Cotta mit Brombeercoulis und Pistazienkern,
gefolgt von Ricottamousse-Törtchen mit Erdbeergelee-Cantuccini und fruchtigen
Marillen-Schokoladenmousse-Törtchen mit Esskastanie. Wer es gerne etwas
spritzig-prozentig mag, der kommt mit duftenden Apfelküchlein mit Prosecco-
Creme oder bester Zabaglione mit Orangenkonfit samt sizilianischer Taormina-
Pistazie oder dem aus der Region Venetien stammenden Klassiker Tiramisú,
verfeinert mit Himbeercrumble, auf seine Kosten.

Die Patisserie-Kunst alla Förster wird mit bester Gute-Laune-Musica veredelt.
Diese zaubert einerseits der Pianist Dan Raţiu, Studienleiter an der Oper
Chemnitz, aus den Tasten des Kaffeehaus-Klaviers. Da sind Walzer aller Art
von Johann bis Richard Strauss, berühmte Opernarien neben stilvoller
Salonmusik zu hören. Und andererseits können Sie das traumhafteste Duo
unter der Chemnitzer Mitternachtssonne erleben: La cantante (die Sängerin)
Claudia Müller-Kretschmer, eine waschechte Chemnitzerin mit klassischer
Gesangsausbildung, die als Musicalstar diverse Bühnen des Landes bespielt
und besungen hat, feuert ihr leidenschaftliches Temperament zusammen
mit dem US-amerikanischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Jeffrey
Goldberg durch das Operncafé. Zu ihren dahinschmelzend schönen canzoni
können Sie einfach mal die Seele und Ihre tanzmüden Beine baumeln lassen
und das dolce far niente (süße Nichtstun) genießen. Heiß begehrt sind natürlich
auch die exquisiten Eiskreationen von Bio-Zitronensorbet bis Pistazieneis
aus dem Hause Förster, die für die nötige Abkühlung sorgen und auf der
Hauptbühne an einem italienischen Eiswagen angeboten werden.

TEMPO

Das italienische Wort tempo umfasst verschiedene Bedeutungen, die aber
(fast) alle mit dem Opernball, genau genommen mit Ihrem ganz persönlichen
Auftritt, verbunden sind, der doch, seien wir mal ehrlich, eigentlich mindestens
genauso wichtig ist wie die Veranstaltung selber. Allerdings gibt es verschiedene
Umstände, die das vermiesen könnten, und diese lassen sich mit dem Begriff
tempo übersetzen: Zeit und Wetter.

Das große Zeitproblem beginnt schon Wochen vorher, spitzt sich aber am
eigentlichen großen Tag noch einmal dramatisch zu: Was ziehe ich an?
Diesbezüglich können wir Sie beruhigen: Solange Sie sich an den Dresscode
halten, ist alles gut! Für Damen gilt ein bodenlanges Abendkleid, für Herren
ein dunkler Anzug mit Fliege, Smoking oder Frack. Sie meinen, das schränkt
Ihre Kreativität ein? Vergessen Sie nicht: Die Wahl der passenden Farbe wird
schon genügend tempo (Zeit) in Anspruch nehmen. Sehen Sie darüber hinaus
den Dresscode als todsichere Eintrittskarte zum Opernball! In Wien beispielsweise
ist es gang und gäbe, Damen in kurzem Kleid am Eingang abzuweisen.
Also: Hinein ins lange Kleid oder in den Anzug!

Wenn dann das Outfit sitzt und die Frisur nicht mehr von der Stelle weicht,
wartet schon der nächste Feind an der Türschwelle: tempo, das Wetter! Für den
Weg zum Opernhaus bitte alle Styling-No-Gos vergessen, denn Regencape,
Schirm und Gummistiefel sind die Must-haves auf dem Weg zur Oper.

Falls es aber doch zu einem Haar- oder Schmink-Zwischenfall gekommen
sein sollte, brauchen Sie nicht wieder umzukehren. Der ORGÆNIC Salon
Chemnitz, ehemals BrockmannundKnoedler Friends, wird am Ballabend von
18.00 Uhr bis 0.30 Uhr vor der Orpheus-Bar sowie von 19.30 Uhr bis
20.00 Uhr und 21.30 Uhr bis 23.00 Uhr am Styling-Platz neben dem Fotostudio
Rechtnitz im Parkettfoyer wieder professionellen Service rund um
Frisuren und Make-up anbieten. Denn auch während der Veranstaltung
nagt der Zahn der Zeit (tempo) an Ihrem Erscheinungsbild. Heftiges Feiern
hat häufig zertanzte Frisuren und verrutschte Make-ups zur Folge. Und noch
ein Hinweis zum Schluss: Auch die Herren der Schöpfung dürfen gern beim
ORGÆNIC Salon Chemnitz vorbeischauen!

UFFICIARE … UFFICIALE?

Bei diesen ähnlichen Wörtern müssen wir genauer hinschauen. Das Adjektiv
ufficiale bedeutet offiziell – das ist einfach. Das Verb ufficiare hingegen lässt
sich entweder übersetzen mit amtieren oder zelebrieren. Wir suchen uns
das Beste raus, mixen es zusammen und schon dreht sich hier alles um das
amtliche Feiern. Nach Mitternacht geht es nämlich rund im Garderobenfoyer,
was dann natürlich nicht mehr als solches wiederzuerkennen ist und beim
Opernball den Namen Orpheus-Bar trägt. Die Tanzmusik liefert ein ganz
besonderer DJ. Sein Name ist Wolfram von Dobschütz. Sein Zeugnis: mehr
als 1.000 Events, 24 Jahre Erfahrung und 398.755 glückliche Menschen – er
sagt, er hat mitgezählt! Eine seiner musikalischen Vorlieben ist der Electro
Swing. Für dieses Genre verwendet er den DJ-Namen Justin Fidèle. Anfang
2012 rief er gemeinsam mit DJ Louie Prima das Projekt Electro Swing Revolution
ins Leben. Seitdem veranstalten die beiden monatliche Partys im Frannz
Club
und im Astra Kulturhaus in Berlin. Seit 2012 betreibt unser DJ auch den
Internet-Radiosender Electro Swing Radio. Er ist international sehr erfolgreich
in Clubs wie dem Moulin Rouge in Paris, dem Village Underground in
London und dem Steam Club in Helsinki unterwegs. Er legte auch bei
berühmten Festivals wie dem Burning Man (USA) und dem Glastonbury
(UK) auf. Für uns in jeder Hinsicht ein Volltreffer, denn sein Ziel ist es, alle
Gäste glücklich zu machen.

Und wenn die Diskostunde beginnt, werden in altbekannter Weise wieder
leckere Cocktails, Longdrinks und auch alkoholfreie Erfrischungen vom
Team der Maroon-Bar feilgeboten. Wussten Sie schon, woher der Name der
Cocktailbar vom Chemnitzer Kaßberg stammt? Wir haben die Erklärung auf
deren Webseite gefunden: „Die Maroons (auch Marron, abgeleitet vom
spanischen Cimarrón) sind Nachfahren geflohener schwarzafrikanischer
Sklaven in Westindien, Mittel-, Süd- und Nordamerika.“ Und folglich ist die
Maroon-Bar ein „Zufluchtsort für all die Maroons da draußen, die dem Alltag
entfliehen und von der Arbeit abschalten wollen ...“ Klingt gut und passt
hervorragend zu unserem Ball. Es darf offiziell gefeiert werden!

VESPA

„Der sieht ja aus wie eine Wespe“, soll Firmenchef Enrico Piaggio gesagt
haben, als er den neuen Motorroller seiner Werke begutachtete. So kam die
Vespa zu dem Namen, der ihrer schlanken Taille und dem prallen Hinterteil
gerecht wurde. Als sie 1946 startete, konnten sich die meisten noch kein
Auto leisten. Sie sollten ein kostengünstiges, im Verbrauch sparsames und
leicht zu bedienendes Gefährt erhalten. Das alles war – und ist – die Vespa,
dazu wendig im dicksten Verkehrsgewühl. So war sie bald auch Symbol eines
Lebensgefühls: schick, jung, frech. Und sie wurde zum Filmstar. Als Audrey
Hepburn und Gregory Peck 1953 in Ein Herz und eine Krone auf einer Vespa
durch Rom kurvten, stahl sie ihnen fast die Schau. Filmgeschichte machte
sie auch 1960 in La dolce vita. Dort begann ihre Fahrt durch Rom in der Via
Veneto, wo sich in Hotels wie dem Excelsior und Straßencafés wie dem Café de
Paris oder dem Caffè Doney die Stars gegenseitig die Stühle rückten. Deshalb
lungern hier im Film Journalisten herum wie der Klatschreporter Marcello
(Mastroianni) und ein Skandalfotograf namens Paparazzo (Walter Santesso)
– eine erfundene Filmfigur, der ein ganzer Berufsstand seinen Namen verdankt.
Sobald sich bei ihnen herumspricht, dass der Filmstar Anita Ekberg im Anflug
ist, brechen sie zum Airport auf – Marcello im Auto, Paparazzo per Vespa.

Durch solche Auftritte gehört der Roller zu Italien wie das Kolosseum zu
Rom und der Opernball zu Chemnitz. Weil dieses Ereignis aber traditionell
Anfang Februar stattfindet, spricht das Thermometer dagegen, den Ball per
Vespa zu verlassen; wer es sich in den Abend- und Nachtstunden so richtig
gut gehen ließ, hat dafür außerdem zu viele Promille intus. Deshalb stehen
auch diesmal dank der BMW-Niederlassung Chemnitz 15 BMW-Limousinen
der Oberklasse vor dem Opernhaus bereit. Sie können diese ohne Reservierung
besteigen, sich von erfahrenen Chemnitzer Taxichauffeuren innerhalb des
Stadtgebiets von Chemnitz kostenfrei nach Hause bringen lassen und bei
diesem Shuttle-Service in Erinnerungen an Ihre italienische Nacht voller bellezza
schwelgen.

WHISKY


Tanzen, feiern, sehen und gesehen werden und purer Genuss – das verbindet
wohl jeder sowohl mit einem erstklassigen Opernball als auch mit Italien!
Zugegeben: Unter italienischer Sonne ist es vielleicht eher ein Grappa nach
Pizza oder Pasta auf der Piazza. Aber natürlich wird auch dieses Jahr im
winterlichen Chemnitz für gemütliche Feierlaune und Entspannung in südländischem
Flair gesorgt. Geselligkeit und Genuss lassen sich hervorragend
nach Galakonzert, Galadinner und den ersten Standardtänzen in Gesprächen
in der lauschigen Lounge im eigens dafür aufgebauten kuschelig warmen
Zelt bei einer guten Zigarre des Chemnitzer Cigarrencontors vertiefen. Neben
Fachsimpelei über die Zigarrenspezialitäten dieser Welt können Sie sich
ganz darauf verlassen, welche Spirituosen aller Art der Zigarrenhändler Jörg
Churfürst-Pille empfiehlt und ganz besonders darauf, welcher exklusive
Whisky perfekt zu Ihrer gewählten Zigarre passt: der geschmeidige oder der
wilde? Für jede Zigarre weiß der Genussexperte den speziell darauf abgestimmten
edlen Tropfen. Und nicht selten ergeben sich Gespräche mit anderen
Genusssüchtigen, Experten und denen, die es auf diesem Gebiet noch werden
möchten.

Wenn Sie nach diesem intermezzo wieder das verdächtige Kribbeln in den
Beinen verspüren und eine Tanzrunde auf dem Parkett, das in dieser Nacht für
alle Gäste die Welt bedeutet, eingelegt haben, schlägt die Uhr der Kirche St. Petri
sicher bald mezzanotte – das Zeichen für die Eröffnung des leckeren Mitternachtsbüffets,
an dem sie nun genüsslich und gesellig naschen können. Denn hier werden
Sie mit allerhand italienischen Köstlichkeiten verwöhnt, geradezu wie bei der besten
Köchin der Welt: la mamma! Ob krosses Ciabatta, exquisite Käsespezialitäten
von glücklichen italienischen Kühen, Ziegen und Schafen, knackige Salate, sonnengereifte
Früchte des Südens oder allerhand liebevoll zubereitete kulinarische
Überraschungen, die sich das Team des Chemnitzer Restaurants alexxanders unter
Leitung von Roland Keilholz einfallen lässt: Hier finden Sie alles, was Ihr Herz
begehrt und können sich fühlen, als stünden Sie unter einem herrlich duftenden
Olivenbaum mit den Liebsten um Sie herum. So gestärkt ist es dann Zeit für
eine gute Verdauungszigarre oder vielleicht sogar schon für das wilde Abtanzen
im angesagtesten whisky-à-gogo (Diskothek/Tanzkeller) mit DJ Justin Fidèle
und Drinks der Maroon-Bar. Egal, wie Sie sich entscheiden: Genießen Sie
die bellezza des Lebens und eine unvergessliche notte italiana!

 

XILOGRAFIA

Früheste Zeugnisse der xilografia, der Kunst des Holzschnitts, wurden zwar
in China entdeckt und spätere in Ägypten, aber nach Europa gelangte diese
Technik im Mittelalter via Italien – der Warenaustausch in Handelsstädten
wie Venedig und Genua bewährte sich auch hier als Brücke zwischen Orient
und Okzident. In Süditalien wurden zunächst Stoffmuster in Holz geschnitten
und dem Textil aufgedruckt, in Viterbo diente die Technik zur Herstellung
von Spielkarten. Mit den Karten soll auch die Kunst der Holzschneider nach
Deutschland und Holland gekommen sein, wo Dürer und später Rubens sie
auf höchstes Niveau brachten. Zumindest für die Italiener aber ist ihr Landsmann
Ugo da Carpi – und kein Deutscher oder Holländer, die diese Ehre ebenfalls
beanspruchen – der Erfinder des Chiaroscuro, bei dem der Druck mit mehreren
Holzplatten Hell-Dunkel- oder Farbschattierungen ermöglichte. Auf diesem
Stand der Technik ließen selbst Raffael und Tizian ihre Werke in Holz
schneiden.

Zunächst verdrängte der Kupferstich den Holzschnitt, heute sind Fotografie
und Laserdruck die Medien der Stunde – auch bei der Ballzeitung, die in
Zusammenarbeit mit der Freien Presse entsteht. Die Kooperation ist seit
2003 bewährt, also seit es den Chemnitzer Opernball gibt. So kommt auch
diesmal ein rundes Dutzend Fotografen und Redakteure zum Einsatz. Einige
Seiten können sie vorproduzieren: Grußworte, Hintergründe zum Thema
LA GRANDE BELLEZZA. Aber die Hauptarbeit leisten sie am Ballabend
selbst, denn erst jetzt können sie die Ballgäste ablichten. Vor dem Aufbruch
schaffen die Fotografen gerade noch Aufnahmen vom ersten Tanz, dann
setzen sie sich in knappster Zeit mit den Redakteuren zusammen, um die Bilder
in die Seiten der Ballzeitung einzubasteln und bei aller Hektik sicherzustellen,
dass kein falscher Name unter einem Foto landet. Während die Ballgäste
tanzen oder durchs Opernhaus flanieren, öffnet die Freie Presse eigens für
die Ballzeitung 90 Minuten lang ihr Druckzentrum. Licht flammt auf, die
Druckmaschine wird hochgefahren. Mehrere Probedrucke zur Überprüfung
der Farbqualität entstehen, bevor die Auflage von 1.500 Exemplaren gedruckt
werden kann. Und wieder ein fliegender Wechsel: Mitarbeiter bringen die
druckfrische Ballzeitung in Windeseile zum Opernhaus, wo sie nach der
Mitternachtsshow von Ihnen, liebe Ballbesucher, sehnsüchtig erwartet wird.

YUCCA

Sie verzaubert mit ihren lilienähnlichen, prachtvollen Blüten und man hat das
Gefühl, im sonnigen Süden zu sein, wenn sie einen umgibt. Die Palmlilie oder
auch yucca ist eine exotische Gartenpalme, aber dennoch ganz unkompliziert,
was ihre eigenen Ansprüche und ihren Standort anbelangt. Verzaubert sollen
auch Sie werden, sobald Sie den ersten Fuß auf den roten Teppich und in
unser Opern(ball)haus setzen. Unser Abenddienst begrüßt Sie jedes Jahr
aufs Neue mit einem einladenden Lächeln und ist rund um die Uhr für Sie
und Ihre Wünsche und Fragen da. Alle 25 Kolleginnen und Kollegen des
Vorderhauspersonals kümmern sich um Ihr Wohlbefinden in dieser Nacht
der Nächte. Wenn man es mal wieder mit der Wuchsform der yucca und
ihrer Blütenpracht durch die Blume sagen möchte: Die Blütenkönigin ist die
zauberhafte Concierge Carmen Epphardt, die Sie schon seit sieben Jahren
als Leiterin des Abenddienstes durch die verschiedensten glanzvollen
Opernballnächte begleitet hat und bereits zehn Jahre mit unserem Haus
verbunden ist. Sie ist die erste ihrer Kolleginnen und Kollegen, die am Tag
des Opernballs das Opernhaus gegen 15.00 Uhr betritt. Zuvor hat sie minutiös
durchgeplant, wer welchen Servicebereich der vier Etagen wann betreut
und gut gelaunter Ansprechpartner für die Gäste sein wird. Etwa eine Stunde
später treffen alle übrigen Kolleginnen und Kollegen ein. Nun heißt es, die
letzten wichtigen Informationen weiterzugeben und die Schlüssel zu verteilen,
mit denen das Abenddienstpersonal den 880 Gästen Zutritt zu allen in dieser
bevorstehenden Nacht begehbaren Orten verschafft. Ab jetzt sind buchstäbliche
Steherqualitäten gefragt, denn bis etwa 5.00 Uhr und länger sind nun alle
im Einsatz, um für Sie einen reibungslosen Aufenthalt zu garantieren. Auf
jede Frage weiß Carmen Epphardt die passende Antwort oder die richtige
Telefonnummer zu des Rätsels Lösung. Doch eine Chefin ist nur so gut wie ihr
Team. Und darauf ist sie stolz: eine tolle Truppe aufmerksamer und empathischer
Menschen um sich zu haben, die in Harmonie untereinander jedem turbulenten
oder auch mal hektischen Moment mit einem Lächeln und mit Hilfsbereitschaft
begegnen. Schließlich sind sie am Einlass und beim Abschied die Visitenkarte
unseres Hauses.

Und was macht Carmen Epphardt am Tag danach? Bevor es sie im Frühling
wieder in ihren Garten zieht (allerdings noch ohne yucca), ist im Winter
erstmal eine gute Pasta im Warmen angesagt. Was sie am liebsten dazu
trinkt? Weißwein – sicher. Italienischen? Hauptsache, er ist lecker.

 

LA ZIA PRINCIPESSA

Zu Deutsch die „Tante Fürstin“, ist eine Figur aus Puccinis Oper Suor Angelica,
einem mit zauberhaften Melodien und einer berührenden Handlung gesegneten
Einakter aus den späteren, reifen Schaffensjahren des italienischen Komponisten.
Zugegeben, in dieser Oper geht es hauptsächlich um Nonnen, die ja nicht
gerade zum typischen Zielpublikum eines Opernballs zählen. Eine davon –
eben die titelgebende Angelica – wollte aber gar keine Nonne werden, sondern
wurde von ihrer adeligen Familie kurzerhand ins Kloster gesperrt, weil sie
(derlei kommt bekanntlich in den besten Familien vor) ein uneheliches Kind
in die Welt gesetzt hat. Nun erhält sie Besuch von ihrer Tante, eben jener
Fürstin. Die teilt ihr sehr kühl mit, dass sie aufgrund ihres Fehltritts nunmehr
enterbt werde zugunsten ihrer Schwester, die das Glück habe, trotz der
Schande, die Angelica über die Familie gebracht habe, einen Mann zu finden,
der sie heiraten würde. Im Übrigen sei Angelicas kleiner Sohn bereits vor
zwei Jahren gestorben … – Wie kalt muss das Herz jener Tante sein, dass sie
abstrakte Dinge wie die Familienehre über das Mindestmaß an innerfamiliärer
Kommunikation und Wärme stellt? Nun, derlei kommt heute ja zum Glück
nur noch auf der Opernbühne vor (…!), doch ein wahrer Kern hat sich vielleicht
erhalten. Wer nicht gut zu sich selbst ist, kann auch meist nicht gut zu anderen
sein. In beiden Fällen wirkt eine kleine Aufmerksamkeit manchmal Wunder:
ein liebes Wort, ein kurzes An-die-Hand-nehmen, ein unerwartetes Geschenk
zur rechten Zeit. Ob Sie, liebe Opernballbesucherinnen, also unsere Balltüte,
die wir Ihnen beim Verlassen des Opernhauses in die Hand drücken, lieber
selbst auspacken und sich daran erfreuen – oder aber einem anderen Menschen
(zum Beispiel Ihrer Tante?) ein Geschenk damit machen, bleibt Ihnen überlassen.
Beides ist gut und wichtig.

Was in der Balltüte denn enthalten ist, möchten Sie vielleicht wissen? Nun,
das ist eines der gut gehüteten Geheimnisse des Opernballs! Aber umschreiben
dürfen wir es natürlich: Darin finden sich Dinge, die Sie von außen und innen
verwöhnen wollen und die verschiedene Firmen aus Chemnitz und der Region
uns freundlicherweise für ebendiesen Zweck zur Verfügung gestellt haben.

 


Das waren die vergangenen Opernbälle

+++ Fly Me To The Moon +++ La Nuit en Rouge +++ Unforgettable - Unvergesslich +++ Gold und Silber +++ Strangers In The Night +++ Walzerträume +++ Disfruta bailando en la fiesta! +++ Im Land des Lächelns +++ Land Of Hope And Glory +++ Éljen a magyar: Es lebe der Ungar! +++ Viva España! +++ New York, New York +++ Eine Nacht in Venedig +++ Zieht euch warm an +++ Himmel voller Geigen +++ Paris +++

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