© Nasser Hashemi

Der Ball

18. Chemnitzer Opernball
08.02.2020 | Opernhaus

 

Walzerträume, Strangers In The Night, Gold und Silber, Unforgettable, La nuit en rouge, Fly Me To The Moon: Schon allein die Themen der letzten Opernbälle klingen wie Musik in den Ohren und lassen von Nächten voll ausgelassenem Tanz, heiterem Amüsement und dem Zauber eines einmaligen Erlebnisses träumen. Wie das Motto 2020 lautet? La grande bellezza! Seien Sie sicher, dass auch diesmal keiner Ihrer Wünsche offenbleiben wird. Längst ist der Chemnitzer Opernball eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der Stadt und weit über deren Grenzen hinaus ein begehrtes Reiseziel geworden. Das besondere Flair und die persönliche Atmosphäre locken Jahr für Jahr nicht nur Stammgäste, sondern auch immer mehr junge Leute in den schönsten Ballsaal von Chemnitz.


 Wie der Ball wird? Lassen Sie sich inspirieren vom vorangegangenen ...

Ball-ABC

Ausverkauft

… das ist ein Wort, das bedauerlicherweise sehr viele Opernball- Interessenten in den vergangenen Monaten von uns zu hören bekamen. Für uns als Organisatoren kann es auf der anderen Seite natürlich kein besseres Lob geben: Der Ball ist ausverkauft und das seit geraumer Zeit. Die ersten Anmeldungen für den 17. Opernball erhielten wir bereits, bevor beim 16. Ball überhaupt das letzte Glas ausgetrunken, der letzte Tanz getanzt und die letzte Balltüte entgegengenommen wurde. Es ist also für alle Gäste erneut ein Wettlauf gegen die Zeit gewesen, den Opernball im Jahr 2019 in einer neuen, strahlenden Auflage erleben zu dürfen. Wenn Sie diese Zeilen lesen, gehören Sie aber Gott sei Dank zu den Glücklichen, die eine der begehrten Karten ergattern konnten. Und nun heißt es, sich sputen und die letzten Vorbereitungen treffen für einen mondwärts gerichteten, überirdischen, ja gar galaktischen Abend. Die meisten von Ihnen sind bestens geübt und kennen die Checkliste auswendig. Für alle Neueinsteiger in Sachen Ballpräparation hier noch einmal das Wichtigste zusammengefasst. Wesentlich ist selbstredend die Auswahl der Garderobe, welche möglichst langfristig eingeplant und daher inzwischen am besten abgeschlossen sein sollte – dabei ist der unumstößliche und in jedem Fall zu beachtende Dresscode wie gehabt: für die Damen bodenlanges Abendkleid und für die Herren dunkler Anzug mit Fliege, Smoking oder Frack.

Weiterhin sollten die Tanzschritte wiederholt werden. Wer dazu ein wenig Hilfe benötigt, hat am 3. Februar 2019 die Gelegenheit, von 16.00 bis 18.00 Uhr einen Auffrischungskurs im Ballsaal des Hotels Chemnitzer Hof zu besuchen. Dieser wird von der Tanzschule Köhler-Schimmel angeboten und ist kostenfrei für alle Ballgäste.

Und schließlich ist es notwendig, die kleinen aber feinen Details zu klären: sich um den Hin- und Rückweg Gedanken machen, Frisur und Make-up bzw. Bart und Haare planen, sich noch einmal über den Ablauf des Abends und die Speisekarte informieren und in jedem Fall am 16. Februar 2019 die Ballkarten nicht vergessen! Und dann kann es losgehen mit den gespannten ersten Blicken ins Opernhaus, dem Warten auf „Alles Walzer!“ und all den weiteren glückseligen Momenten der Nacht der Nächte. Wir freuen uns auf eine kosmische Ballreise mit Ihnen! Let’s fly away!

 

 

Bewegung

Viel Bewegung gibt es auf dem Theaterplatz, wenn sich die Türen des Opernhauses um 18.00 Uhr für den Ball öffnen. Fast 900 Gäste kommen hier in kurzer Zeit an: zu Fuß aus den Hotels in der Umgebung oder vom nahen Bahnhof, mit der Straßenbahn, die direkt am Theaterplatz hält, mit dem eigenen Auto, das in der Tiefgarage darunter geparkt wird, mit dem Taxi oder dem privat engagierten Chauffeur. Aber woher sich die Ströme der Ballgäste auch der Oper nähern, auf dem Platz fließen sie zusammen. Um jeden Gast würdig zu empfangen, entsteht dort für diese Nacht eine Zeltlandschaft in edlem Weiß. Opernball, dein Name ist Luxus: Im Zelt fällt der Blick auf ein besonders luxuriöses Modell, mit dem man sich in Bewegung setzen könnte – die BMW-Niederlassung Chemnitz, ein Hauptsponsor des Balls, stellt das neue 8er-Coupé aus. Die Modellreihe ist so exklusiv, dass darauf der Firmenname Bayerische Motorenwerke ausgeschrieben wird, weil das übliche Kürzel der Noblesse nicht angemessen wäre. Das Zelt drumherum ist eine temporäre Architektur, die im Laufe des nächsten Tages schon wieder verschwindet – eine Spezialität der Firma Eschenbach, die den Opernball seit Jahren als Sponsor unterstützt. Jeder, ob Dame oder Herr, findet dort einen Platz, um den Mantel abzugeben. Auf dem Weg ist er über dem schulterfreien Kleid oder dem frisch aufgebügelten Smoking nötig, um die Gäste warm und ihren Dress trocken zu halten. Für den Ball dagegen ist er hinderlich, schränkt die Bewegungsfreiheit ein und lässt keine bewundernden Blicke auf die eleganten Outfits zu. Ist der Mantel in sicherer Obhut, gilt es, den Zeltkorridor zu durchschreiten, um den sich das Opernhaus an diesem Abend nach außen erweitert, die Ballkarten zu zücken und die Türen zum festen Bau zu erreichen. Das Zelt bekommt an seiner rechten Seite noch eine kleine Schwester. Sie nimmt auch diesmal die Raucherlounge auf. Wie gewohnt und wertgeschätzt, kredenzt Jörg Churfürst-Pille vom Cigarrencontor im Hotel Chemnitzer Hof dort Zigarren, Whisky und Rum bester Qualität. Die Verbindung zwischen Opernhaus und Lounge stellt in diesem Jahr ein zusätzliches Zelt her, damit Sie sich trockenen Fußes und ohne große Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen bewegen können.

 

 

Champagnerlaune

Wir hoffen sehr, dass es uns gelingt, Sie am Ballabend möglichst schnell in eine ausgelassene und freudig-feierliche Stimmung zu versetzen – also in die sprichwörtliche Champagnerlaune. Mit Champagner beginnen wir den Ball zwar nicht gleich, aber der Generalintendant unseres Hauses, Dr. Christoph Dittrich, wird Sie mit einem Glas Begrüßungssekt, diesmal anders als in den Vorjahren, in lockerer Atmosphäre im Parkettfoyer empfangen. Die Schlangen vor dem Eingangszelt werden also kurz bleiben, da keine Staus aufgrund von fleißigem Händeschütteln entstehen können. Eng wird es wegen der vielen Gäste trotzdem. Das Fotostudio Rechtnitz, welches wieder bestrebt sein wird, Sie in schönster Pose und bestem Licht zu fotografieren, ist in der ersten Stunde, bevor das Galaprogramm startet, im 1. Rangfoyer zu finden. Seien Sie also nicht besorgt, wenn Sie die bekannten Fotowände nicht sofort erblicken. Sie müssen nur eine Etage nach oben gehen. Dann steht einem perfekten Start in den Abend mit dem ersten Erinnerungsschnappschuss nichts mehr im Wege. Ab 19.30 Uhr befindet sich alles im Erdgeschoss, wo dann selbstverständlich auch für die Gäste mit Karten ohne Galaprogramm bis 23.00 Uhr kräftig weitergeknipst wird.

Auch die Presse wird es sich nicht nehmen lassen, ein Foto hier und ein Foto da zu erfragen. Also immer schön lächeln und keine Miene verziehen, auch wenn das Kleid oder die Fliege kurzzeitig ein Stück verrutschen sollten.

Obwohl wir viel planen und vorbereiten, können wir leider nicht das Wetter beeinflussen. Deshalb haben wir zumindest für Plan B gesorgt. Sollte es also stürmen oder schneien und Ihre Frisur derangiert werden (was natürlich z. B. auch bei einer zu geringen Ausstiegshöhe der Limousine passieren kann), dann können Sie sich vertrauensvoll an die Mitarbeiter von BrockmannundKnoedler Friends in der Beautylounge im Foyer vor der Orpheus-Bar wenden – die werden es schon richten.

Und wenn Ihnen dieser Text und der Begrüßungssekt dann doch Lust auf richtigen Champagner gemacht haben, können Sie natürlich am späteren Abend in eine Flasche des flüssigen Goldes investieren und freudig-feierlich anstoßen!

Drache

Die Oper Chemnitz hat im Jahr 2018 ein Mammutprojekt auf die Bühne gebracht: Richard Wagners vier Opernabende umfassenden Ring des Nibelungen. Neben Alben, Nixen und Göttern spielt auch ein riesiger Drache eine zentrale Rolle. Drachen bevölkern angeblich schon seit Jahrtausenden unsere Welt. Sie sind mal gut, mal böse, speien Feuer und werden meist sehr alt. Denken Sie auch manchmal mit liebevollem Kuschelwunsch an den flauschigen Fuchur in Michael Endes Unendlicher Geschichte oder mit einem Lächeln an Peter Maffays grünen Drachen Tabaluga. Wagners Riesen Fafner in Drachengestalt dagegen möchte man nicht unbedingt auf dem Nachhauseweg vom Opernball treffen. Wobei: Die Chance, dass dieser sich auf die Straßen von Chemnitz verirrt, ist relativ gering, denn Sich-Bewegen ist so ziemlich das Letzte, was der Fafner-Drache ohne Not tut. Allein dem Helden Siegfried ist es bisher gelungen, das rheingoldhütende Ungetüm aus der Reserve und damit aufs Drachenkampffeld zu locken. Siegfried geht siegreich aus dem Duell hervor, sonst hieße er ja auch nicht Siegfried. Logisch. Wobei … Müssten wir dann nicht ab jetzt konsequenterweise von der Siegfried-Philharmonie und ihrem Generalmusikdirektor Siegfried García Calvo sprechen, so wie sie sich im Wagner-Wahn gemeinsam mit allen Enthusiasten auf und hinter der Bühne todesmutig der Herausforderung gestellt haben, die 16-Stunden-Tetralogie innerhalb nur eines Jahres zu bezwingen? Es wäre eine Überlegung wert. Gut, dass sowohl Dirigent als auch Orchester über umfangreiche Erfahrungen mit der Musik des Bayreuther Meisters verfügen. Während Guillermo García Calvo Tristan und Isolde im spanischen Oviedo dirigierte und die dortige Erstaufführung des Ring des Nibelungen leitet sowie in Chemnitz neben den Ring-Opern mit Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal brillierte, gilt auch die Robert-Schumann-Philharmonie seit vielen Jahren als prädestiniert für Wagners Werke. Einmal mehr wird sich das Publikum bei den Ring-Zyklen 2019 davon überzeugen können. Mit der Kondition, die diese Aufführungen erfordern, wären GMD und Philharmonie ohne Zweifel gut gerüstet für einen Flug zum Mond. Die passende zündende Raumfahrt-Musik haben sie natürlich auch im Repertoire, und wo würde die besser hinpassen, als ins Galaprogramm des 17. Chemnitzer Opernballs, das in seiner Vielfalt dem Kraftaufwand des Wagnerschen Drachenkampfes kaum nachsteht.

 

 

Ekliptik

Als Ekliptik bezeichnet man die Ebene, auf der die Erde wie alle Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne kreist. Schauen wir von der Erde aus in den Himmel, erscheint diese Ebene als eine Bahn, auf der die Planeten über das Firmament ziehen und die in zwölf Sternbild-Abschnitte eingeteilt wurde. Kommen wir nun von der Astronomie zur Astrologie: Für die Solisten des diesjährigen Galaprogramms stehen die Sterne überaus günstig, wenn man auf ihre erfolgreichen Lebenswege blickt. Internationale Engagements und große Opern- und Musicalpartien sprechen für sich. Hat das vielleicht etwas mit ihren Sternzeichen zu tun? Die Georgierin Tatiana Larina, die in Chemnitz als Ophelia in Hamlet, Rosalinde in Die Fledermaus und Gretel in Hänsel und Gretel zu erleben ist, wurde im Tierkreiszeichen Waage geboren. Ihre Glückszahl ist die 6, der Glückstag der Samstag (sehr von Vorteil, wo doch Premieren meist samstags stattfinden), ihr Element die Luft und der äquivalente Planet die Venus. Zu den Stärken der Waage zählen Diplomatie, Warmherzigkeit, Toleranz, Harmoniebewusstsein, Witz und Empathie. Christian Alexander Müller wurde nicht nur in Chemnitz sondern auch im Zeichen Schütze geboren. Seine Glückszahl ist die 3, der Glückstag der Donnerstag, der passende Planet der Jupiter und das Element das Feuer – seine Interpretation des Phantoms in Andrew Lloyd Webbers Phantom der Oper war der beste Beweis dafür. Wer zwischen dem 23. November und dem 21. Dezember zur Welt kommt, ist freiheitsliebend, lebenshungrig, optimistisch und ein sehr ehrlicher und offener Mensch. Der dritte im Bunde des Galaprogramms ist der junge südafrikanische Tenor Siyabonga Maqungo, der als Löwe das Trio des Abends wunderbar ergänzt. Seine Glückszahl ist die 1, der Glückstag der Montag (für viele eher ein schwerer Tag nach dem Wochenende …), auch sein Element ist das Feuer und dazu passend die Sonne der entsprechende Planet – wenn Siyabonga Maqungo singt, strahlt er genauso hell. Löwen sind selbstbewusste, optimistische, loyale, hilfsbereite und gesellige Menschen mit einem überaus großen Herzen. Das sagen also die Sterne über die Stars unseres Galaprogramms. Überzeugen Sie sich nun einfach selbst, wie hell ihr Funkeln ist und welch himmlische Musik sie für Sie bereithalten.

Fliegen

„Fly me to the moon …” – ein Satz, der sich schon allein durch seinen Wortklang wie Musik ins Ohr einschmeichelt. Wir kommen ins Schwelgen, Träumen, Fantasieren – und finden uns irgendwann dem Mann im Mond gegenüber, der mit seiner Gondel angeschwebt kommt, um uns mitzunehmen auf einen atemberaubenden Flug über die glitzernde Milchstraße hin zu seinem sternenglänzenden Traumschloss. Wie gern würde auch unsere Star-Moderatorin Katrin Weber solch ein Reiseangebot annehmen, aber da sie schon beizeiten erkannt hat, dass der Mann im Mond im realen Leben genauso wenig auftaucht wie der goldgekrönte Prinz auf seinem weißen Pferd, versuchte sie das Fliegen in die eigene Hand zu nehmen, zunächst im Backfisch-Alter auf dem Rummelplatz. Eine Luftschaukel war das Objekt der Begierde. Immer höher hinaus schwang sie sich, all die Prinzen um sich herum fest im Blick. Weniger fest waren Teile ihrer Garderobe. Sie wollen wissen welche? Dann sollten Sie unbedingt auf die Seite 55 in Katrin Webers „Größtenteils schonungslosen Erinnerungen“ schauen, die unter dem Titel Sie werden lachen im Aufbau Verlag erschienen sind. Vielleicht hätte sie sich gern in einer Flugschule angemeldet, doch da die temperamentvolle Künstlerin nach eigenem Bekunden auch das Wort „Fauxpas“ mit der Muttermilch aufgesogen zu haben scheint, schied dieser Teil der Mondannäherung ebenso aus. Stattdessen katapultierte sie sich nach vielen erfolgreichen Bühnenjahren als Musicaldarstellerin kometenhaft ins Entertainer-Universum, um dort „einer der hellsten Sterne am sächsischen Kabaretthimmel“, wie es der Aufbau Verlag schreibt, zu werden. Dass für ihre Live- Auftritte die Karten stets in Raketengeschwindigkeit vergriffen sind, spricht Bände. Schon zum vierten Mal sind wir in der glücklichen Lage, Katrin Weber als Moderatorin des Opernballs an Bord zu haben. Warum sie das tut, wo das Moderieren doch erklärtermaßen nicht ihre Lieblingsdisziplin ist? Na, um zu fliegen! Und um mit Ihnen gemeinsam in den Wogen der sphärischen Mondklänge zu schwelgen und dabei vielleicht den singenden Mann im Mond zu treffen – wenn auch nur für einen kurzen Lichtsekundenaugenblick, denn zum Glück hat sie ihren singenden irdischen Prinzen ja längst gefunden. Bleibt jetzt nur noch die Frage, ob sie im Modesalon Hella Erler diesmal ein Abendkleid oder doch lieber einen Raumanzug ordert. In jedem Fall wird Katrin Weber mit dem Schmuck von Juwelier Roller ordentlich funkeln.

 

 

Globus

Eine Reise um den Globus … Dabei denkt jeder sofort an eine Weltreise – meist ein sehr zeitintensives Unterfangen. Deshalb empfiehlt sich die Turboversion vom heimischen Schreibtisch aus. Vor der Erdkugel aus handkaschiertem Pappmaché oder in modernerer Ausführung aus Plastik oder Karton werden Sie sich wie die Astronauten auf dem Weg zum Mond fühlen: Sie umkreisen die Erde und sehen, wie sie sich von einer Sekunde zur anderen unter Ihren Augen verwandelt, wie sich Berge und Täler, Meere und Festland abwechseln. Mit ein bisschen Fantasie entdecken Sie auf der einen Hälfte Delfine im Südpazifik beim Frühsport und auf der anderen das prächtig illuminierte Chemnitzer Opernhaus, in dem frohgestimmte und fein herausgeputzte Menschen den traumhaften Klängen der Robert-Schumann-Philharmonie lauschen und erwartungsvoll einem besonderen Moment im Galaprogramm des Opernballs entgegensehen, der Verwandlung des Konzertraumes in den Ballsaal. Sie soll sich genauso verblüffend und fast sekundenschnell vollziehen, wie sich die Panoramablicke bei unserer Globus-Reise verändern. Und das ganz ohne Netz und doppelten Boden.

Und ein „Hokus, Pokus, Fidibus“ hilft am Ende auch nicht wirklich weiter. Da hat Regisseur Matthias Winter alle Hände voll zu tun, denn es gilt, den Generalmusikdirektor Guillermo García Calvo, die Musikerinnen und Musiker der Robert-Schumann-Philharmonie, die Instrumente (ja, auch die Pauken, die Harfe und die Kontrabässe) nebst Stühlen und Notenpulten wegzuzaubern, um kurz darauf an gleicher Stelle vier aufwändig dekorierte und gedeckte Tische samt akkurat platzierten Stühlen aus der Versenkung emporwachsen zu lassen und nach dem Öffnen des Vorhangs den Blick auf die ganze Pracht der festlich geschmückten Opernhausbühne freizugeben. Wie das geht? Fragen Sie lieber nicht! Nur eins sei verraten: Es ist alles Handarbeit eines eingespielten Teams von Bühnentechnikern, Orchesterwarten, Beleuchtern und Tontechnikern, die, koordiniert von unseren Inspizienten und musikalisch flankiert von den Gesangssolisten und der Moderatorin, dieses Wunder vollbringen. Ein aufregender Nervenkitzel ist das allemal. Da hilft es nur, Ruhe zu bewahren und an die sorglos-fröhlichen Delfine auf der anderen Seite des Globus zu denken.

 

 

Hummer

Der Hummer zählt zu den Zehnfußkrebsen, erreicht üblicherweise eine Körperlänge zwischen 30 und 64 cm und wird auch von Menschen, die das nicht wissen, als Delikatesse geschätzt. Die Garnele wurde ebenfalls den Zehnfußkrebsen zugerechnet, bis emsige Biologen Arten außerhalb dieser Ordnung entdeckten. Sie ist meist nur bis zu 10 cm groß und wird ebenfalls von Menschen, die das nicht wissen, als Delikatesse geschätzt. So vereinen sich die beiden Meeresbewohner beim Menü dieses Chemnitzer Opernballs zur Vorspeise: zum Hummer- Garnelen-Cocktail mit geröstetem Baguette. Als Zwischengang folgt gebratene Perlhuhnbrust auf Blumenkohlpüree mit wildem Brokkoli und Portweinglace, den Hauptgang bildet rosa gebratenes Rinderfilet auf Schwarzwurzel-Morchel-Ragout mit Dauphine-Kartoffeln und Barolosauce. Diese Köstlichkeiten, bei deren bloßer Aufzählung Ihnen zweifellos schon das Wasser im Munde zusammenläuft, kreiert Roland Keilholz, Inhaber und Küchenchef des Restaurants alexxanders, der mit 40 Köchen ins Opernhaus einrückt. Kredenzt werden aber auch vegetarische Gerichte für Ballgäste, die dies im Vorfeld angemeldet haben. Damit alle, die an einem Tisch sitzen, ihr Essen gleichzeitig erhalten, wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem TeamBrenner fortgeführt, das 120 Mitarbeiter stellt. Dazu gehören u. a. 14 Barkeeper, die zu späterer Stunde ihren Einsatz haben. Für das Menü sind erst einmal nicht nur 90 Kellner gefragt, sondern auch acht Logistiker. Sie tüfteln aus, wie sich im Opernhaus – und nicht wie gewohnt im Restaurant – knapp 900 Menüs zeitlich punktgenau zubereiten und servieren lassen. Ein erprobtes Hilfsmittel ist das Anrichteband, ein edleres Fließband, auf dem die Teller an den Köchen vorbeifahren, um mit Fleisch, Gemüse oder jedem weiteren Element eines Ganges bestückt zu werden. Dieses Band spart bei der Zubereitung der Speisen Sekunden, die sich sonst zu Minuten summieren würden, um die sich der weitere Ablauf des Ballabends verzögerte. Sind die Teller gefüllt, übernehmen die Kellner. Sie haben 96 m bis zum von der Küche entferntesten Tisch auf der Hauptbühne zurückzulegen, bis zu drei Etagen und lange Seitengänge im Vorderhaus zu überwinden. Und das alles ganz ohne vorherigen Probelauf ...

 

 

Idyll

Wirklich idyllisch ist es auf dem Mond nicht. Zwar gibt es sogenannte Meere, Berge, Krater und weite Wall-Ebenen, aber das staubtrockene Basaltgestein lädt bei einer durch die unterschiedliche Sonneneinstrahlung schwankenden Oberflächentemperatur zwischen 130 °C und −160 °C nicht unbedingt zum Verweilen ein. Von der Erde aus betrachtet sieht das schon wieder ganz anders aus. Wie viele Gemälde, Gedichte oder Musikstücke gibt es doch über die zauberhafte Atmosphäre einer einsamen Mondnacht, den hell strahlenden Erdtrabanten als mystischen, weit entfernten Geheimnis-Ort oder den silberglänzenden Schein, den der Himmelskörper auf Landschaften oder auch die verklärten Gesichtszüge der oder des Liebsten legt. So lässt er Idyllen entstehen, die das Innerste des Menschen anrühren und ihn zu künstlerischen Ergüssen inspirieren. Ein Idyll hat also etwas mit Zauber zu tun, mit Harmonie und Einklang. All das versuchen Michal Kristin Ronneburger und Tilo Kühl-Schimmel von der Tanzschule Köhler-Schimmel in ihre Choreografie für die Debütantinnen und Debütanten des Chemnitzer Opernballs zu legen. Jenen Opernball- Neulingen, insgesamt sind es 16 Paare, gilt es auch in diesem Jahr wieder die nötige Portion Grazie, Eleganz und Taktgefühl für den großen Auftritt mitzugeben, um einen Hauch von großer, alter (Wienerischer) Balltradition durch das Haus wehen zu lassen. In Mondstaub-weißen Kleidern leuchten die Damen und in purem nächtlichen Schwarz die Herren unter den Scheinwerfern und natürlich den Blicken der Gäste auf der Tanzfläche, um einen oder vielleicht sogar den Höhepunkt des Abends einzuläuten: den ersten Walzer! Traditionell schreiten sie während Carl Michael Ziehrers Fächerpolonaise op. 525 in den Saal, bevor sie in diesem Jahr zum Blumenwalzer aus Peter Tschaikowskys Der Nussknacker den ersten Dreivierteltakt des Abends tanzen. Unsere jungen Debütantinnen und Debütanten sind zwischen 16 und 24 Jahre alt, kommen aus Chemnitz, Zwönitz, Niederwiesa, Limbach-Oberfrohna, Augustusburg, Burgstädt und Freital und sind voll gespannter Erwartung auf diesen besonderen, zauberhaften Abend.

Beim 17. Chemnitzer Opernball debütieren:
Julia Bergen & Julian Albert | Emely Renee Danielle Heilmann & Bela Becker | Selina Schauer & Johan Bräuer | Selina Richter & Moritz Gansl | Nathalie Hoffmann & Linus Groß | Theresa Bräuer & Kevin Tobias Haase | Louisa Mehnert & Philipp Hugo Preißler | Nicole Komorek & Tim Daniel Richter | Emely Frank & Moritz Schönherr | Emily Eckardt & Moritz Seyfert | Jadzia Miller & Constantin Mike Storm | Charlotte Liebezeit & Henry Teichert | Laura Otte & Bastian Thiedig-Szellem | Alicia Wagner & Stan Uhlig | Samantha Esche & Martin Wagner | Lilly Rudolph & Luis Valentin Wolf

 

 

Janusgesicht

Wird einer Person oder einem Sachverhalt ein Janusgesicht zugeschrieben, ist das ein Hinweis auf Zwiespältigkeit. Namenspatron Janus, der römische Gott des Anfangs und des Endes, wurde wegen dieser doppelten Zuständigkeit mit zwei Köpfen und damit auch zwei Gesichtern dargestellt. Auf der Bühne ist ein Part mit Janusgesicht eine der größten Herausforderungen: In einer Szene liebreizend, in der nächsten dämonisch zu sein, kann es da heißen. Diese anspruchsvolle Aufgabe und dazu noch die Anforderung tänzerischer Perfektion hält Peter Tschaikowskys Ballett Schwanensee für die Darstellerin der guten Schwanenprinzessin Odette und ihrer bösen Doppelgängerin Odile bereit. Ein Janusgesicht hat auch die Aufführungsgeschichte dieses Balletts: Bei der Uraufführung im Moskauer Bolschoi-Ballett fiel es 1877 wegen ungenügender Vorbereitung, mangelhaftem Ensemble und kärglicher Ausstattung durch. Dass dann noch Nummern aus anderen, allenfalls durchschnittlichen Balletten eingeschoben wurden, sicherte dem Werk erst recht kein Gefallen. Den Erfolg brachte 1895 eine neue Choreografie von Marius Petipa, dem Ballettmeister des Mariinski-Theaters in Sankt Petersburg, und seinem Assistenten Lew Iwanow. Noch heute, da Schwanensee-Aufführungen in aller Welt das Publikum anziehen, greifen Neuinszenierungen für den zweiten und den vierten Akt auf Iwanows Einfälle zurück, so auch die Chemnitzer Ballettdirektorin Sabrina Sadowska und der Gastchoreograf Eno Peci aus Albanien, die am 30. März 2019 ihren neuen Schwanensee im Opernhaus zur Premiere bringen. Einen exklusiven Vorgeschmack bekommen Sie als Gäste des Opernballs: Zur Walzereröffnung tanzt das Ballett Chemnitz den Walzer aus Schwanensee – er ist zu einem der beliebtesten Werke im Tschaikowsky-Repertoire geworden. Und dieser Tanz hat garantiert kein Janusgesicht: Eindeutig macht er künstlerische Perfektion zum reinen Vergnügen.

 

 

Kaffeesieder

Sind Sie bei einem Wien-Besuch schon einmal einem Kaffeesieder begegnet? Nein, das ist kein Gerät, um das köstliche schwarze Getränk aufzuwärmen, sondern der Besitzer eines Kaffeehauses. Der Name hat trotzdem mit der Zubereitung zu tun: In ganz Wien wird der Kaffee nämlich gekocht und nicht gebrüht. Im Buch der modernen Getränke aus dem Jahr 1925 ist zu lesen: „Die bestimmte Menge ganz fein geriebenen Kaffees wird in das kochende Wasser geschüttet, mit einem Löffel umgerührt, und nachdem sie einigemale aufgewallt ist, in die Aufzugmaschine geschüttet, worauf diese sehr langsam aufgezogen wird.“ Doch die Besucher schätzen nicht nur den unvergleichlichen Kaffee, sondern auch die Atmosphäre in den Wiener Genusstempeln, wie schon der Schriftsteller Stefan Zweig schrieb: „Es ist eigentlich eine Art demokratischer, jedem für eine billige Schale Kaffee zugänglicher Klub, wo jeder Gast für diesen kleinen Obolus stundenlang sitzen, diskutieren, schreiben, Karten spielen, seine Post empfangen und vor allem eine unbegrenzte Zahl von Zeitungen und Zeitschriften konsumieren kann.“ Seit 1955 bemüht sich der Klub der Wiener Kaffeehausbesitzer um die Erhaltung und Förderung der Wiener Kaffeehauskultur, die seit 2011 zum UNESCO-Kulturerbe gehört. Einmal im Jahr findet in der Hofburg der Kaffeesieder-Ball statt. Und hier kommt Divertimento Viennese ins Spiel. Das erfolgreiche Wiener Ballorchester sorgt bereits seit 12 Jahren für den richtigen musikalischen Schwung bei diesem traditionsreichen Ball. Und nicht nur dort, sondern auch bei anderen Bällen in Wien sowie in Salzburg, Mailand, New York – und Chemnitz. Das Erfolgsgeheimnis des Orchesters ist wohl die Art des Umgangs mit der Materie: „Unsere Vorstellung von Tanzmusik geht weit über die pure Ausführung eines Tanzes im korrekten Tanztempo hinaus. Vielmehr brennen unsere Musiker darauf, mit jedem Stück Musik, sei es ein Tango, ein Foxtrott oder ein Wiener Walzer, die Tänzer in das Flair der jeweiligen Zeit zu entführen.“ Bei diesem Pensum an Terminen bleibt den Musikern und ihrem Dirigenten Vinzenz Praxmarer selten Zeit für einen stilechten Kaffeegenuss à la Stefan Zweig. Die belebende Wirkung des Kaffees aber werden sie sicher auch in der langen Chemnitzer Ballnacht zu schätzen wissen.

Läuft!

Für Tom Gaebel läuft es richtig gut! Nachdem er 2005 sein Debütalbum Introducing: Myself veröffentlicht hat, ging es für den Sänger und Entertainer, der knackige Big-Band-Sounds mit der mitreißenden Leichtigkeit des Easy Listening verbindet, steil bergauf. Konzertbesucher schreiben zu seinen Shows: „Genuss pur! Eines der besten Konzerte, bei dem ich je war. Nicht nur Tom Gaebel selbst war hervorragend, nein, auch die Big Band.“ Auch in seinem brandneuen Album Perfect Day gibt „Dr. Swing“ wieder alles, um seine Fans mit stilvoller und mitreißender Musik vom ersten bis zum letzten Titel zu begeistern. Der Mann mit der markanten Stimme ist aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken. So viel Erfolg klingt nach einer Menge harter Arbeit und Durchhaltevermögen. Sicher wird man nicht ohne Ehrgeiz so erfolgreich, doch ein klein wenig Glück und eine legendäre Geschichte gehören eben auch dazu. Zwar stammt Tom Gaebel aus einer musikalischen Familie, lernte als Kind Glockenspiel und Flöte, sang im Knabenchor, nahm Geigenunterricht und brachte sich Schlagzeug sowie Posaune bei, bevor er die beiden Instrumente im Studium intensiv erlernte. Letztendlich waren aber seine „Badezimmerkonzerte“ die Initialzündung für die Karriere als Sänger.
Während des Studiums am Conservatorium van Amsterdam frönte er so überzeugend seiner Sangesleidenschaft unter der Dusche, dass ihn seine WG-Mitbewohner begeistert ermutigten, vom Instrumental- zum Gesangsstudium überzugehen. Gesagt, getan! Aus dem Instrumentalisten Tom Gäbel wurde der Sänger Tom Gaebel, der sein Studium im Hauptfach Jazzgesang mit Diplom abschloss – cum laude, für die, die es interessiert. Übrigens gab er unter der Dusche nicht irgendwas zum Besten, sondern er schmetterte die großen Songs seines Idols Frank Sinatra, in dessen Fußstapfen er nicht nur getreten ist, sondern dem er stimmlich so ähnlich ist, dass Tom Gaebel zu Recht immer wieder mit Ol‘ Blue Eyes verglichen und als „der neue Frank Sinatra“ bezeichnet wird. Wenn das nicht Schicksal ist! Trotzdem ist und bleibt Tom Gaebel einzigartig. Der „Sänger aus Berufung“, wie er selbst über sich sagt, besitzt die große Gabe, nicht nur seine Leidenschaft für die Musik pur zu transportieren, sondern das Publikum mit seiner Lebensfreude anzustecken. Nicht umsonst trägt das Album aus dem Jahr 2014 den charmanten Titel So Good To Be Me. So good to have Tom Gaebel, so good to celebrate music!

 

 

Man in Black

Ein smarter Mann in einem schwarzen Anzug. Das ist das Bild, das man von Christian Gentemann kennt. Elegant, lässig und charmant. Genau das strahlt er auch auf der Bühne mit seiner Band, der Chris Genteman Group aus. Die Gruppe besteht aus 5 Musikern, einer Sängerin und einem Sänger. 7 Künstler, die auch 2019 auf der Foyerbühne die Herzen der Gäste im 7. Jahr in Folge im Sturm erobern werden.

Die Zahl 7 ist im Übrigen höchst interessant. Wir kennen die 7 Zwerge hinter den 7 Bergen, 7 Weltwunder, 7 Tage, 7 Töne einer Tonleiter, die Erschaffung der Welt in 7 Tagen laut der biblischen Schöpfungsgeschichte und sprichwörtlich packt man seine 7 Sachen. Aber wussten Sie auch, dass bei der Frage nach der Lieblingszahl am häufigsten die 7 genannt wird? Ebenso verhält es sich, wenn man nach einer beliebigen Zahl zwischen 1 und 9 fragt. Und da blau die häufigste Lieblingsfarbe ist, spricht man hierbei vom sogenannten „Blue-Seven-Phänomen“. Auch die astronomische Bedeutung der Zahl begründet ihre Sonderstellung. Es gibt 7 mit bloßem Auge sichtbare, scheinbar bewegliche Himmelskörper: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Früher sah man das Geschehen am Himmel als göttlich an und die Gestirne wurden den Göttern gleichgesetzt. Man braucht zum Beweis nur die Benennung der Wochentage in verschiedenen Sprachen zu betrachten: engl. Saturday (Saturn), franz. Mercredi (Merkur) oder Mardi (Mars) und dt. Sonntag (Sonne) oder Montag (Mond).

Womit sich der Kreis schließt und wir wieder beim Opernball angekommen sind, der uns 2019 dem Mond ein Stück näher bringen wird. Wer ein wenig schweben will, geht am besten zu Herrn Gentemann. Seine Band bietet Tanzmusik vom Allerfeinsten und weiß genau, wie man auch die letzte freie Stelle auf der Tanzfläche füllt. Die Worte, welche Christian Gentemann auf seiner Webseite wählt, bedürfen kaum einer weiteren Ergänzung: „Eine Welt voller Eleganz und Stil mit unvergänglicher Musik in kompromissloser Qualität. Genau das Richtige für luxuriöse und bewegende Erlebnisse.“ Also steht es außer Frage, dass die Band die perfekte Wahl für unseren Ball ist, immer und immer wieder. Und wer weiß – vielleicht fühlen Sie sich beim ausgelassenen Tanzen dann wie im 7. Himmel?

Nachtmusik

Nachtmusik spielt eine DJane, denn vorzugsweise nachts wird in Diskotheken zu ihrem Musikmix getanzt. DJane Blackpool Tina allerdings, die beim Opernball im 1. Rangfoyer auflegt, macht nur einmal im Jahr die Nacht zum Tage: eben diese Nacht des Chemnitzer Opernballs. Exklusiv dafür entstand ihr Pseudonym, in dem der Name der englischen Küstenstadt dezent auf ihren eigentlichen Beruf hinweist: Das Blackpool Dance Festival ist der traditionsreichste Wettbewerb für Gesellschaftstanz und Tina Hellmick, so ihr richtiger Name, ist verbandszertifizierte ADTVTanzlehrerin in der Tanzschule Köhler-Schimmel. Die Musik für den Ball passt sie dessen Motto an. Frank Sinatra ist auf jeden Fall dabei, denn seine Version des Songs Fly Me To The Moon schrieb 1969, genau ein halbes Jahrhundert vor unserem Ball, Geschichte: Die Astronauten des Raumschiffs Apollo 10 spielten die Kassette beim Flug in die Mondumlaufbahn, den Nachfolgern von Apollo 11 wurde sie beim historischen Mondlandeflug per Funk übermittelt und bei einer Konzertgala, mit der sie nach ihrer Rückkehr in Houston geehrt wurden, sang Sinatra das Lied noch einmal live für sie. Um diesen musikalischen Fixstern herum arrangiert Tina ein abwechslungsreiches Programm aus Klassikern und modernen Nummern. Sollte sie noch Inspiration brauchen, kann sie sich an der Playlist orientieren, die sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst 2018 zum Start seiner zweiten ISS-Mission wünschte: 1. Captain Future Theme (aus der TV-Zeichentrickserie Captain Future), 2. Castle In The Snow (The Avener), 3. Die Mensch-Maschine (Kraftwerk), 4. When You Go Forward (Triangle Sun), 5. Astronaut (Sido feat. Andreas Bourani), 6. Five Minutes (Her), 7. Heute hier, morgen dort (Hannes Wader), 8. Destiny (Zero 7), 9. Sunny Road (Emilíana Torrini). Fast so oft wie die Musiktitel wechselte Tina bei ihrem ersten Opernball-Einsatz vor zwei Jahren ihre Kleider: Sie trug Schwarz-Grün, Schwarz-Rot, Schwarz mit Gold und Rosa mit Glitzer. Das beruhte allerdings auf einem Missverständnis: Sie kannte den Opernball-Organisator Mario Köppe von der Tanzshow Star Dance, bei der zu jedem Auftritt ein anderes Outfit gehört, und dachte, das müsse beim Opernball auch so sein. Diesmal will sie es bei einem Kleid belassen. „Es wird wohl blau“, überlegt sie im Vorfeld. Ob es dabei bleibt, erleben Sie in der Ballnacht.

Orchestra

Der Orchestergraben ist ein seltsamer Ort: Zwischen Zuschauerhaus und Bühne tut sich ein großes Loch auf, in dem die Musiker während der Vorstellung dicht gedrängt sitzen. Man soll sie zwar sehr gut hören, aber nicht sehen. Der Dirigent lugt meist wild gestikulierend hervor, um das, was im Graben passiert, mit dem Bühnengeschehen in Einklang zu bringen. Waren Orchester noch im 18. Jahrhundert vor den ersten Stuhlreihen des Parketts vor der erhöhten Bühne platziert, wurden sie im Laufe der Zeit „versenkt“, da die zunehmende Orchestergröße die Sicht des Publikums immer mehr behinderte. Richard Wagner trieb diese Entwicklung in seinem Bayreuther Festspielhaus auf die Spitze: Er ließ den Orchestergraben überbauen, um die Musiker unsichtbar zu machen. Im Sinne seines Gesamtkunstwerks sollte die Bühnenillusion durch keine realen Eindrücke gestört werden. Damit wurde ein Ort „versteckt“, der ehemals heilig oder gar magisch war und als Wiege des Theaters anzusehen ist: Auf der orchestra (griech. „Tanzplatz“) ließ man im griechischen und römischen Theater während großer Feste in rauschhaftem Tanz Wesen aus der Anderwelt erscheinen.
Im Laufe der Zeit verlor sich die zentrale Bedeutung dieses Ortes, und heute wird im Orchestergraben als eigentlich ältester Teil der Theaterarchitektur eher selten getanzt … Das wollen wir ändern! Zwar führen wir den Orchestergraben der Oper Chemnitz auch zum Opernball nicht seiner ursprünglichen Funktion zu, aber steigen Sie doch mit uns hinab in die Orpheus-Bar, um Musik zu machen, zu tanzen und ausgelassen zu feiern! Bereits im vergangenen Jahr begeisterten Sandy Heckel und Marcel Eichhorn alias DJ-Team Heckhorn mit All- Time-Classics, Musik von den 60ern bis übermorgen und Beats aus allen Genres, zu denen man richtig gut abtanzen kann, und so soll es auch in diesem Jahr ab Mitternacht auf der angesagtesten orchestra der Stadt weitergehen. Falls es, wider Erwarten, dann immer noch nicht zu rauschhaften Tänzen oder Treffen mit Wesen aus der Anderwelt kommen sollte, helfen gerne die Barkeeper/innen von der Maroon Bar weiter, die schon fest zum Chemnitzer Opernball dazugehören und in der „Unterwelt“ des Opernhauses für genau die richtigen Getränke während der After-Opernball-Party sorgen.

 

 

Papierknöpfchen

Eine Trickfilmfigur? Eine Bastelmethode? Nein, das Papierknöpfchen, auch Sandimmortelle genannt, ist eine australische Sommerblume aus der Familie der Korbblütler. Grund für den Namen sind die Blüten, welche einen äußeren Kranz mit papierartig dünnen Hüllblättern aufweisen. Leider wird das Papierknöpfchen bei uns nur noch selten angepflanzt, obwohl es pflegeleicht ist und sich auch als Schnittblume oder für Trockensträuße eignet. Allerdings müssen die Blumen geschnitten werden, wenn die Blüten gerade beginnen sich zu öffnen, damit die Hüllblätter ihre weiße Farbe behalten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie also kein Papierknöpfchen in dem Strauß für Ihre Liebste am Valentinstag finden. Den dürfen Sie bei aller Aufregung um den Opernball nämlich nicht vergessen – am Donnerstag vor dem Ball ist der Tag der Verliebten! Wer es versäumt, seiner Herzensdame eine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, der wird sicherlich mit ein paar „unabsichtlichen“ Fußtritten auf der Ball-Tanzfläche rechnen dürfen.

Auch der Gartenfachmarkt Richter muss aufgrund der Termindichte in diesem Jahr gut vorplanen, um niemanden zu vernachlässigen. Während am 14. Februar 2019 noch der Laden vollgestopft ist und die Telefonleitungen wegen zahlreicher Bestellungen glühen, ist ein Teil des Teams von Andreas Richter mit 16 Floristinnen und Floristen bereits im Opernhaus beschäftigt und dekoriert mit viel Stilgefühl und sicherem Blütenblick die Bühnen, die Foyers und das Operncafé. Eine Mammut-Aufgabe, bei insgesamt ca. 11.000 Blumen. Für FLY ME TO THE MOON haben sich die Blumenkenner bevorzugt die Farbe Orange ausgesucht und zaubern u. a. mit Gerbera, Calla, Kahnlippe (Cymbidium Orchidee) und Eukalyptuszweigen einen floralen Teppich, der im Lichte der Scheinwerfer glänzen und umgekehrt die Ballkleider und ihre Besitzerinnen erstrahlen lassen wird. Das ist eben Flower Power …

Wir möchten uns ganz herzlich für die jahrelange wunderbare Zusammenarbeit mit dem Gartenfachmarkt Richter bedanken und freuen uns auf die vielen Blüten, deren herrlicher Duft Sie sicher betören wird, wenn es bis dahin nicht schon das eine oder andere Gläschen Sekt getan hat.

 

 

Quotient

Wie war das? Dividend geteilt durch Divisor ist gleich Quotient. Viele erinnern sich jetzt sicher an die Schulzeit mit diversen Rechenrätseln und Brüchen. Aber wenn wir die Formel auf den Opernball übertragen, klingt es gleich viel weniger mathematisch: Opernballhighlight geteilt durch Tanzlust ist gleich Mitternachtsshow. Und dabei wird Sie neben der Lust zum Tanzen, bei den folgenden drei Damen auch die Lust zum Mitsingen packen – Natascha Wright, Della Miles und Ty Le Blanc sind American Divas, drei wundervolle Powerfrauen, die den Opernball zur Geisterstunde rocken wollen.

Natascha Wright (ehemals Mitglied bei Haddaway und La Bouche, Arbeit mit DJ Bobo) im Interview:

Was hat es mit dem Namen Ihres Trios auf sich – warum gerade „Divas“?
Divas, weil wir die großen Divas bewundern und wir wollten ihre Hits singen. Whitney Houston, Céline Dion, Diana Ross, Tina Turner, Donna Summer sind die großen Sängerinnen, die wir lieben. Wir wollen sie nicht imitieren, wir sind keine Doubles, sondern machen unsere eigene Interpretation der musikalischen Stücke.

Sie selbst haben mit verschiedenen Stars gesungen und eine atemberaubende Solo-Karriere hingelegt. Woran denken Sie besonders gern zurück?
Meine Zeit in den 90ern war fantastisch! Auch die Tourneen, bei denen ich mit Udo Jürgens im Duett den Titel Ich will, ich kann singen durfte, waren einfach einzigartig und sind für mich wertvolle Erinnerungen, die ich für immer in mir tragen werde.

Gibt es einen Künstler, mit dem Sie schon immer einmal zusammenarbeiten wollten?
Ich wollte immer mit Prince arbeiten, da er so funky war und anders als ich, aber das wird in diesem Leben leider nicht mehr passieren. Es wäre ein Traum, mit jemandem wie Stevie Wonder oder dem Produzenten David Foster zusammenarbeiten zu dürfen.

Was dürfen die Gäste des Chemnitzer Opernballs von den American Divas erwarten?
Die Gäste kommen zum Tanzen, die Damen wollen gesehen werden in ihren schönen Kleidern, die sie liebevoll ausgesucht haben, um an diesem Abend zu strahlen. Also werden wir die großen Party Hits singen, damit sich alle gut fühlen und nur noch tanzen wollen – und hoffentlich auch mitsingen! Wir wollen gemeinsam mit den Gästen einfach glücklich sein.

Religion

Liebe Ballgäste, jetzt wird es sakral: Für viele ist Schokolade nahezu von religiöser Heiligkeit. Obwohl der Begriff Schokolade eigentlich auf das erste kakaohaltige Getränk xocóatl oder xocólatl aus der Sprache der Azteken und Nahuatl zurückgeht und übersetzt „bitteres Wasser“ oder „Kakaowasser“ bedeutet, also sich eigentlich von einem herben Getränk ableitet, ist die „Schoki“, wie sie vielerorts liebevoll genannt wird, inzwischen der Inbegriff süßer Gaumenfreuden, der nebenbei noch quasi auf Rezept Glücksgefühle bereitet. Zwischen sündhaftem Genuss und der ewig währenden Gretchen-Frage, wie viel Kakao-Anteil denn richtig und schmackhaft ist, vergessen doch viele eingefleischte … äh … eingezuckerte Leckermäulchen und Naschkatzen, dass es neben der einzig wahren Urmutter der Süßwaren noch mehr – je nach kulinarischer Konfession – Sünden oder Heiligtümer gibt, die uns alle in himmlische Sphären katapultieren. Da gibt es kleine Törtchen, Pralinés, Schaumtöpfchen, Biskuitröllchen, diverse Kuchenvariationen, Sahnestückchen, bunte Früchtekörbchen … Die Liste der zu beichtenden Verlockungen ist lang und köstlich.
Neben diversen kulinarischen, kulturellen und musikalischen Genüssen wollen wir Ihnen zum Chemnitzer Opernball natürlich nicht verwehren, Ihrer Süßigkeiten-Leidenschaft nachzugehen. Miriam Förster, die Pâtissière der Bäckerei Förster, wird süße Sünden der Extraklasse für den Ball erschaffen. Ab 22.00 Uhr können Sie sich von Konditor-, Eis- und Kaffeekreationen wie Zitrone fliegt mit Waldbeere, Schokolade fliegt mit Baileys, Matchatee fliegt mit Limette und Kokos oder Himbeere fliegt mit Creme Brúlee sowie Bourbonvanilleeis mit Goldcaramel und frischer Knusperwaffel in paradiesische Welten entführen lassen. Miriam Förster legt das Geheimnis, den Zauber, die Magie und die Sterne in ihre Meisterstücke, die Sie mit intensiven Geschmackskreationen für die Reise zum Mond stärken. Der (Brat-)Apfel der Erkenntnis wird Ihnen dabei etwas offenbaren, was Sie sicherlich schon längst geahnt haben: Süßigkeiten können eine Sünde sein, aber manchmal braucht es für das eigene Seelenheil eben ein bisschen Zucker, Mehl und Butter bei 180 °C Umluft.

Solide

Solide wollen Sie beim Opernball ausnahmsweise mal nicht sein, sondern leichtfüßig und beschwingt. Sollen Sie auch. Aber damit Sie sich in einem prachtvoll geschmückten Opernhaus voller Blumen und Delikatessen, Tanz und Musik so fühlen können, muss etwas anderes solide sein: die Finanzierung des Abends. Dafür bürgen unsere Sponsoren – ein Begriff übrigens, der aus dem Lateinischen kommt und dort eben „Bürge“ oder „Pate“ bedeutet. Die Zahl derer, die als Sponsoren Bürg- und Patenschaften für den Opernball leisten, ist gegenüber dem vorigen Jahr gewachsen. Ihnen gilt im Namen des Theaters und der Gäste ein großes Dankeschön, denn ohne sie wäre der Ball nicht das einzigartige Event und gesellschaftliche Ereignis, das er ist. Besondere Anerkennung verdienen unsere drei Hauptsponsoren: die BMW-Niederlassung Chemnitz, die Deutsche Bank und der Fachgroßhändler Getränke Pfeifer. Außerdem gibt es diesmal elf weitere Sponsoren. Auch vielen von ihnen fühlen wir uns schon seit Jahren verbunden: der Firma Eschenbach, der wir die temporäre Zeltlandschaft vor dem Eingang des Opernhauses verdanken, dem Gartenfachmarkt Richter, der das Innere des Hauses mit farbig-duftigen Blumenarrangements schmückt, der Tanzschule Köhler-Schimmel, dem Unternehmen RAC-Rohrleitungsbau sowie den Rechtsanwälten und Steuerberatern Sittig Schertgens Koch. Zu anderen ebenso langjährigen Partnern sind weitere Unternehmen aus dem gleichen Geschäftsbereich hinzugekommen, so zum Immobilienmakler SI Wohnungsmarkt ein weiterer Chemnitzer Immobilienanbieter, die MaCo GmbH, und eine Firmengruppe, die für Investoren die Projektierung, Finanzierung, Umsetzung und Vermarktung werthaltiger Immobilien übernimmt, die Wagnermeyer Group. Und zur HTM Härtetechnik & Metallbearbeitungs GmbH, deren Spezialität die thermische Oberflächenveredelung ist, kommen die Galvanotechnische Oberflächen GmbH als weiterer Oberflächenbeschichter und -veredler sowie die imk automotive GmbH, zu deren zahlreichen Ingenieurs- und Beratungsleistungen für die Fertigungsindustrie auch das Materialdesign zählt. Warum solche Unternehmen ihre Nähe zum Chemnitzer Opernball entdecken, liegt auf der Hand: Auch dieser Abend lebt von edlen Materialien in perfektem Design.

Traum

Zu träumen bedeutet nicht nur, nach den Sternen zu greifen und in ferne, vielleicht unerreichbare Galaxien abzuheben. Es sind bekanntermaßen die kleinen Dinge, nach denen wir uns sehnen und welche unseren Alltag mit Sternenstaub überziehen. So ist ein Nachmittag mit Freunden eine ebenso unbezahlbare Bereicherung wie Hilfe in schwierigen Situationen. Umso schöner, wenn es Anlaufstellen für verschiedenste Lebenslagen wie das Don Bosco Haus auf dem Chemnitzer Sonnenberg gibt. Das Jugendhilfe- und Familienzentrum bietet ein vielfältiges Angebot im Bereich der freien Jugendhilfe und -sozialarbeit. Gerade am Beginn eines Lebens ist es wichtig, die Weichen für den weiteren Weg zu stellen. Träger des Don Bosco Hauses ist die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos, eine Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche, 1859 von Don Johannes Bosco, Priester und Erzieher, gegründet. Sein Leitspruch „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!“ sprüht vor Energie und zeigt den lebendigen Ansatz seiner Mission. Denn auch er hat im Schatten der Industrialisierung die dunklen Seiten des Lebens kennengelernt.
Seit rund 25 Jahren ist in und um Chemnitz die katholische Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco tätig. Ihr Kernanliegen ist es, die Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien, unabhängig von Herkunft oder Weltanschauung zu begleiten, zu fördern und ihnen zu einem gelingenden Leben zu verhelfen. Das besondere Augenmerk gilt denen, die wegen ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebensumstände viel aufholen müssen und dabei bedingungslose Zuwendung brauchen. Die Einrichtung auf dem Sonnenberg wurde in den vergangenen Jahren räumlich immer wieder Erweiterungen unterzogen und auch die Angebote wuchsen. Seit 2017 liegt die Leitung in den Händen von Pater Albert Krottenthaler. Das Team zählt gegenwärtig mehr als 30 hauptamtliche Mitarbeiter, zwei Mitarbeiter im Freiwilligendienst und viele ehrenamtliche Helfer. Der Erlös der diesjährigen Opernball-Tombola wird dem Don Bosco Haus Chemnitz gestiftet. Mit jedem Los unterstützen Sie ein Programm, das Kinder und junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben stark macht, sodass ihre (Lebens-)Träume Wirklichkeit werden können.

Umlaufgeschwindigkeit

Beim Mond geht’s rund! Diese Tatsache ist im wörtlichen wie im übertragenen Sinn auf den Erdtrabanten zu beziehen, denn neben seiner ellipsoiden Form ist er ständig in kreisender Bewegung unterwegs. Er dreht sich zum einen um sich selbst. Zum anderen rast er mit einer Umlaufgeschwindigkeit von 3.659 km/h um die Erde, weswegen die poetischen Zeilen „Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar“ von Matthias Claudius zwar ein pittoreskes nächtliches Idyll in unserer Vorstellungswelt erzeugen, mit der astronomischen Realität aber nur wenig zu tun haben. Die Fliehkräfte, die durch jene hohe Geschwindigkeit entstehen, und die Anziehungskraft der Erde heben sich auf, sodass der Mond stets auf seiner Bahn bleibt. In einer Sekunde legt er rund 1,02 km zurück, sodass er 27,32 Tage für eine komplette Umrundung unseres Planeten benötigt. Mit diesem Tempo können wir zwar leider nicht mithalten – die normale Schrittgeschwindigkeit beträgt 3 bis 5 km/h –, doch auf Ihrer Umlaufbahn versuchen wir mit allen Mitteln Ihre Wünsche zu erfüllen, um Ihnen den Ball sowie dessen Vor- und Nachbereitung so angenehm wie möglich zu gestalten. Marion Langer, die gute Ball-Fee vom Besucherservice, sammelt über Monate hinweg Karten- und Extrawünsche und bemüht sich, sie lückenlos in Erfüllung gehen zu lassen. Im Tanzkurs haben Sie die Möglichkeit, Ihrem Walzer den letzten Schliff zu verpassen, bevor Sie sich mit unserem Ball-ABC in die richtige Feier- Stimmung bringen. Zur großen Ballnacht schließlich ist es vor allem Concierge Carmen Epphardt, die im Foyer für all Ihre Anliegen zur Verfügung steht. Sie vermittelt bei modischen Notfällen den Kontakt zur Schneiderin im Haus oder zeigt Ihnen den Weg zur Beauty-Lounge von BrockmannundKnoedler Friends. Das Einlasspersonal führt Sie gern zum richtigen Platz, wo Sie ca. 120 Servicekräfte, Kellner und Barkeeper den ganzen Abend umschwirren.
Wenn dann der Mond mit der aufgehenden Sonne den Platz tauscht, brauchen Sie sich dank Shuttle-Service und Ball-Tüte weder Sorgen um den Heimweg noch das morgendliche (Kater-)Frühstück zu machen. Sie sehen also, wir sind für Sie da, um den Abend unvergesslich und den Fliehkräften trotzend die Anziehungskraft unseres Balls jedes Jahr stärker werden zu lassen.

Venustransit

Was nach einem verheißungsvollen Ausflug ins Reich der Liebe à la Tannhäuser klingt oder nach einem Abenteuertrip in Planetenwelten, ist in Wahrheit ein Defilee: Der Planet Venus zieht innerhalb von wenigen Stunden an der Sonne vorbei, für uns als kleiner schwarzer Punkt wahrnehmbar. Dies wird in Astronomenkreisen „Transit“ genannt und tritt höchstens zweimal in einem Jahrhundert auf, nach 2004 und 2012 nun erst wieder 2117. Ein Transit zur Venus bzw. der Aufenthalt dort würde an den geologischen Gegebenheiten vor Ort scheitern. 465 °C werden an der Oberfläche gemessen, die Atmosphäre besteht zu 96 % aus Kohlendioxid, ihr Oberflächendruck ist 90-mal höher als auf der Erde und das Finden des Reiseziels wird dadurch erschwert, dass der Planet von einem dichten Wolkenschleier umgeben ist, der die Sicht versperrt. Da ist es mit dem Mond schon leichter. Nehmen wir zum Beispiel die Entfernung: Lediglich 400.000 km trennen uns von ihm, ein Klacks gegenüber den 40.000.000 km bis zur Venus. Zwar ist es auch dort tagsüber deutlich wärmer und nachts deutlich kälter als auf der Erde, aber das hinderte US-amerikanische Raumfahrer nicht, das unbekannte Terrain zu erkunden.
Genau 50 Jahre wird es im Sommer 2019 her sein, dass Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat. 1971 dann versuchte Alan Shepard das Golfspiel auf dem geheimnisvollen Planeten zu etablieren, doch er fand vermutlich keinen Greenkeeper, der fähig war, den Mond zu begrünen. Dabei wäre es mit der nächsten Apollo-Mission sogar möglich gewesen, das weite Areal mit einem Golfcar zu befahren, denn die Mondlandefähre führte an der Außenseite ein Lunar Roving Vehicle, ein batteriebetriebenes Mondauto mit. Nach den ersten euphorischen Forschungsjahren, wurde es relativ still um den Mond. Seit einigen Jahren nun gibt es Pläne, die Reiseroute touristisch für gutzahlende Passagiere zu erschließen. Dann könnte sich die Braut von ihrem Zukünftigen als Hochzeitsgeschenk vielleicht schon bald wünschen: „Fly me to the moon, Darling!“ Zum Mond fliegen können wir Sie zwar nicht, aber Ihnen dank der Unterstützung durch die BMW-Niederlassung Chemnitz innerhalb des Stadtgebiets von Chemnitz eine romantische Heimfahrt im Schein des zunehmenden Mondes in einer von 15 komfortablen BMWLimousinen ermöglichen, die stilvoll von erfahrenen Chauffeuren gelenkt werden.

Wiederholungstäter

Viele unserer Ballgäste sind langjährige und treue Besucher. Sie kommen Jahr für Jahr, um sich zu amüsieren, wohlzufühlen, zu tanzen, zu schlemmen, anregende Gespräche zu führen und für einige Stunden aus der realen Welt zu entfliehen. Zu Ihnen gehören auch Prof. Dr. Silke Kolbig, Mathematik-Professorin an der Westsächsischen Hochschule Zwickau und Andreas Kolbig, Fachabteilungsleiter für Analytische Gutachten der DEKRA Chemnitz. Wir haben dem Ehepaar aus Niederwiesa einige neugierige Fragen gestellt.

Wann waren Sie das erste Mal Gäste auf unserem Ball?
Das ist schon ewig her. Es war der erste Ball nach der Wende, welcher damals noch in der Stadthalle gefeiert wurde. Wir hatten über Presse oder Funk vom Ball erfahren und haben es als gute Gelegenheit gesehen, um tanzen zu gehen. Nun ist daraus eine schöne Tradition geworden.

Sie gehören zu unseren treuesten Ballbesuchern, mussten in den vergangenen Jahren dennoch Ihre Teilnahme einige Male absagen.
Ja, einmal war es ein Armbruch kurz vor Weihnachten, einmal ein Fußbruch im Herbst und einmal lag der Ball kurz vor der Geburt unserer jüngsten Tochter.

Woran erinnern Sie sich besonders gern?
Uns gefallen vor allem immer die wunderschönen Blumen- Arrangements, die ein bezauberndes Flair mit sich bringen. Auch die Moderation von Katrin Weber und die Auftritte von Tom Gaebel waren stets ein Highlight.

Was war Ihr „verrücktestes“ Ballerlebnis?
Zum Glück sind uns noch nie Katastrophen auf dem Ball passiert. Einmal hatten wir tatsächlich unsere Karten vergessen. Frau Langer rettete uns und wir durften trotzdem hinein.

Auch in diesem Jahr werden die beiden sicher wieder einmalige Ball-Erinnerungen sammeln. Übrigens: Die drei Töchter der Kolbigs haben ebenfalls schon Ball-Ambitionen. Die älteste tanzt in der Tanzschule Köhler-Schimmel und möchte 2020 debütieren, die beiden jüngeren sind im Kinderballett des Theaters aktiv, und auch sie träumen vom Debüt beim Chemnitzer Opernball.

 

 

Xanthippe

Xanthippe, die Frau des altgriechischen Philosophen Sokrates, soll oft ein zorniges Gezeter angestimmt haben, weil der große Ethiker sich lieber mit Schülern wie Platon und Xenophon seinen Gedankenflügen hingab, als eine regelmäßige Beschäftigung aufzunehmen und das Haushaltsgeld heranzuschaffen. Deshalb wurde Xanthippes Name über die Jahrhunderte zum Begriff: zur Bezeichnung für eine übel gelaunte, streitsüchtige, zänkische Frau. Mithin für alles, was die Besucherinnen des Opernballs nicht sind. Diese gewinnen die Aufmerksamkeit ihrer Umgebung nicht durch lautstarke Wutausbrüche, sondern durch Schönheit und Eleganz. Mit dem positiven Gefühl, dafür bewundert und verwöhnt zu werden, sollen sie nicht nur den Abend genießen, sondern den Ball auch verlassen. In dem Zelt, durch das sie sich in dieser Nacht aus dem Opernhaus zur Garderobe bewegen – Näheres dazu unter B wie Bewegung –, werden sie zum Abschied mit einer Balltüte beschenkt. Welche Präsente sie im Einzelnen enthält, sei hier nicht verraten. Der Duft nach frischen Brötchen signalisiert auf jeden Fall, dass sich keine Dame am Ende einer langen Nacht Gedanken machen muss, was zum Frühstück auf den Tisch kommt.
Mit einer solchen Balltüte voller kleiner Überraschungen lehnen wir uns, wie mit der gesamten Gestaltung des Abends, an die Wiener Balltradition an. Traditionell allerdings enthielt die Ballspende, wie sie auch heißt, dort wie überall etwas anderes: Wie in einem früheren Jahrgang dieses Ball-ABC berichtet, war sie die schon beim Betreten des Saals überreichte, kunstvoll gestaltete Umhüllung für die einst übliche Tanzkarte. In sie trugen die Herren ihre Namen ein, um sich einen Walzer mit der umworbenen Dame zu reservieren. Eine blühende Autorenfantasie hat um diese Gepflogenheit Legenden gewoben. So erzählt eine alte Fernsehserie von einem Herrn, der auf dramatische Weise sein Gedächtnis verloren hat. Als er endlich die Tanzkarte einer verflossenen Ballpartnerin aufspürt, hofft er, daraus wenigstens seinen Namen zu erfahren. Doch leider hat sich der hoffnungslose Romantiker dort als „d’Artagnan“ verewigt. Solche aus jugendlichem Überschwang geborenen Täuschungsmanöver sind mit der Balltüte heutiger Art nicht mehr möglich: Alles, was sie enthält, ist echt und manches knusprig und zum Reinbeißen.

Yacht

„Was hat eine Yacht mit dem Opernball zu tun?“, werden Sie sich jetzt fragen. Nein, liebe Ballgäste, wir wollen Sie weder verschiffen noch veräppeln, auch wollen wir den Veranstaltungsort nicht in Gefilde verlegen, zu denen eine Anreise auf dem Wasserweg nötig wäre. Dieser Artikel soll unter dem Motto stehen: Kleines Team – große Wirkung! Eben wie bei einer Yacht, wobei … eher wie bei einer Segeljolle. Denn unser Ball ist zwar als Produkt ein (so viel Eigenlob sei erlaubt) komfortabler Dampfer, aber das, was die Organisatoren in den Monaten zwischen dem gerade verflossenen und dem schon neu am Horizont schippernden nächsten Ball tun, ist eher ein Handwerk, ein Zusammenspiel, wie es auf einem Segelschiff nötig ist, auf dem sich die Crew aufeinander verlassen muss und keine Maschine Abläufe automatisiert. Am Steuerrad als Skipper steht seit fünf Jahren der langjährige Marketing-Leiter der Theater Chemnitz Mario Köppe. Die Kenntnisse für seinen Opernball- Segelschein hat sich der passionierte Tänzer in vielen Tanzschulstunden sowie bei der Organisation der legendären Ballhaustouren der Berliner Tanzschule Maxixe angeeignet. Diese nebenberufliche Karriere krönte er 2014 mit dem 2. Preis sowie dem Publikumspreis beim Tanzwettbewerb Star Dance der Tanzschule Köhler-Schimmel.
Der beste Skipper ist freilich nichts ohne einen guten Co-Skipper. Wir haben gleich zwei: Steffi Edelmann und Kerstin Riedel, die die Leinen zusammen- und die Crew bei Laune halten. Zum Glück ist mit Norbert Richter, Chef der Chemnitzer Theaterwerkstätten, ein kreativer Bootsbauer an Bord, der uns nun schon zum zehnten Mal mit seinen fantasievoll-opulenten Gestaltungsideen verblüfft. Damit Sie als Gäste auf unserem Kahn jederzeit wissen, was wo los ist und wie sie dahin kommen, entwirft unsere Werbegestalterin Nicole Lappöhn diverse Tischkarten, Einladungen und Programmhefte – wir wollen ja schließlich nicht, dass Sie am Ende das Beste verpassen. Zur Reisevorbereitung soll Ihnen dieses Logbuch dienen, für das Christiane Dost, Wilhelmine Falkenau, Carla Neppl und Dr. Henning Franke durch Lexika und Internet gesegelt sind und dabei ganz nebenbei ihr Allgemeinwissen um Einiges erweitert haben. Wenn Sie jetzt immer noch Fragen zu unserem Törn haben, dann empfehlen wir Ihnen unsere charmante Stewardess Marion Langer aus dem Besucherservice, die sich umsichtig und geduldig um jedes noch so ausgefallene Anliegen kümmert.

 

 

Zahlen

Der Chemnitzer Opernball bietet neben Kunst und Glamour auch große Mathematik! Am Anfang steht die feuerpolizeilich genehmigte Maximalzahl der Besucher. Daraus wird anhand der Gesamtkosten eine Kalkulationsgrundlage erstellt, welche wiederum den Preis vorgibt. Dabei gehört zur Planung des Gesamtbedarfs an Equipment auch die Koordination der räumlichen Verteilung: 14.000 Besteck- (Übrigens: Der Wiener Opernball fährt lediglich 4.000 polierte Teile auf!), 8.000 Geschirrteile, 7.000 Gläser, 400 Wasserkaraffen und 105 Pfeffer- und Salzstreuer wollen auf fast 5.000 m² Veranstaltungsfläche verteilt werden, wo 105 Tische aufs Eindecken warten. So wird das Opernhaus in den Vorbereitungstagen schon mal ruckzuck zur Halbmarathon-Strecke für die Mitarbeiter. Und dann die Stühle. Ein altes Sprichwort sagt ja: „Gut gesessen ist halb gegessen.“ Wir würden ergänzen: „… und ganz getanzt.“ Damit Sie sich während Ihres bis zu 12-stündigen Aufenthalts im Opernhaus auf Ihrem persönlichen Sitzplatz wohlfühlen, sollten die Sitzmöbel nicht nur gut aussehen, sondern auch bequem sein. Aus Prag shutteln wir über 400 moderne Stühle der italienischen Designer- Firma Kartell an, und die 400 Vitra-Klassiker der gleichnamigen Schweizer Möbelmarke auf der Hauptbühne kommen aus Leipzig, Berlin und Bocholt. Auf den 60 Laufmetern mit weißen Möbeln in der Orpheus-Bar können Sie dann die Tanzpausen nach Mitternacht besonders komfortabel genießen. Dies alles bezeichnet der Veranstaltungsmanager als „harte Faktoren“. Fehlen also noch die „weichen Faktoren“, die Getränke zum Beispiel. Schön wäre es, wenn wir in dieser Hinsicht hellsehen oder vielleicht sogar Ihr voraussichtliches nächtliches Trinkverhalten im Vorfeld abfragen könnten, dann gelänge uns das Ordern und Verteilen der Getränke ganz ohne Pokerspiel-Erfahrungen. Schließlich sollen überall und zu jeder Zeit alle auf der Karte gelisteten Getränke vorrätig sein. Deshalb warten unter anderem 1.600 Flaschen Wein, 1.500 Flaschen Wasser, 400 Flaschen Sekt und mehr als 100 Flaschen Champagner auf Sie – immer wieder in der Hoffnung, dass Sie sich nicht alle auf ein und dasselbe Getränk verabreden! Diese Zahlenparade soll Sie nun keineswegs beunruhigen oder Ihnen ein schlechtes Gewissen verursachen, aber vielleicht kommt sie Ihnen ja beim Einzählen Ihres Walzers wieder in den Sinn, etwa: Ein Tellerchen, zwei Becherchen, drei Gäbelchen … In diesem Sinne: ALLES WALZER!

 

 


Das waren die vergangenen Opernbälle

+++ Fly Me To The Moon +++ La Nuit en Rouge +++ Unforgettable - Unvergesslich +++ Gold und Silber +++ Strangers In The Night +++ Walzerträume +++ Disfruta bailando en la fiesta! +++ Im Land des Lächelns +++ Land Of Hope And Glory +++ Éljen a magyar: Es lebe der Ungar! +++ Viva España! +++ New York, New York +++ Eine Nacht in Venedig +++ Zieht euch warm an +++ Himmel voller Geigen +++ Paris +++

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